Junge Computerspieler haben die Fitness eines 60jährigen Kettenrauchers

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Super, denkt sich manch einer: Computerspielen erhöht die Reaktionszeit auf das Niveau eines Kampfjet-Piloten. Doch die Prüfung der Lungenfunktionen und andere körperliche Tests mit Top-Videospielern ergaben das Offensichtliche: Auch, wer seine Daumen schnell zum Spielen bewegt, bleibt im Großen und Ganzen ein »Couch Potato«.

Es gibt Studien, die sich nur Briten einfallen lassen können. Der Name des Studienleiters lässt an seiner Herkunft auch keinen Zweifel: Dr. Dominic Mickleworth von der University of Essex untersuchte die Computerspiel-Profis, um herauszufinden, wie sie sich gegenüber anderen Sportlern ausnehmen.

Zwar fand er mit physischen und psychischen Testmethoden heraus, dass die Gamer wirklich superschnell reagierten. Doch das war’s dann schon. Die Fitnesswerte zeigten sich bedrohlich unter dem gesunden Durchschnitt. Finanziert wurde das von BBC Radio Four und schließlich unter dem irreführenden Titel »The eSportsmen«  ausgestrahlt

Die neue Generation der »Cyber Sportsmen«, die tausende von Euros an Preisgeldern in internationalen Turnieren einnehmen kann, war aber bei Mickleworths Tests  ziemlich durchgefallen. Die Ergebnisse finden sich hier.

Einer der Top-Spieler sah mit Mitte 20 zwar aus wie ein schlanker kräftiger Athlet, doch seine Lungenfunktion und Aerobic-Fitness kamen auf die eines 60jährigen Kettenrauchers, berichtet der Forscher. Das ambivalente Ergebnis: Teilweise entsprechen die Gamer zwar wirklich den Top-Athleten, teilweise fallen sie aber auch extrem ab.
Auf der Website der BBC ist die erste Folge hier als Video zu sehen, die zweite soll am 11. Juni folgen. µ

L’Inqs:
Essex-Universität über die Spieler-Tests und Ergebnisse
BBC-Film zu Thema »eSportsmen«

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