Nach »erzwungenen« Gehaltserhöhungen: PC-Massenfabrik Foxconn will die Preise erhöhen

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Der Auftragshersteller für viele große PC- und Handyfirmen musste nach 11 Selbstmorden in seiner Fabrik und nach öffentlicher Kritik die Gehälter der Mitarbeiter erhöhen. Dies will das Unternehmen nun an seine Auftraggeber weiterreichen: Apple und co müssten auf diese Weise künftig für die Mehrkosten aufkommen.

Der chinesische PC-Fabrik-Ableger der taiwanischen HonHai Electronics kam jüngst ins Gerede rund um zahlreiche Selbstmorde der gestressten Fließbandarbeiter.

Nachdem alle Versuche, Dinge zu verbessern, nichts halfen und weitere Mitarbeiter sich in den Tod stürzten – und schließlich Hongkong-Chinesen auf der Straße gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen demonstrierten – entschloss sich Foxconn-Mutter Hon Hai, in Zukunft einen Teil der Poduktion zurück nach Taiwan zu verlegen und mehr Geld von seinen Auftraggebern wie Apple, HP, Dell und anderen zu verlangen.

Dies hat laut Reuters heute zu Verlusten an den Börsen geführt – vermutlich, weil durch die erwarteten höheren Preise auch Aufträge ausbleiben werden. Beim Anlegertreffen von Foxconn und Hon Hai sei gestern trotzdem die Entscheidung gefallen, innerhalb dieses Jahres mehr von den IT-Kunden zu verlangen.

Der Finanzanalyst Shaw Wu  von Kaufman Bros erklärte Reuters, die Preise bei den Kunden von Foxconn würden sich wohl mittelfristig nicht auf globale Hersteller wie Apple und HP auswirken. Leiden würden aber längerfristig vor allem die Hersteller mit niedrigeren Gewinnmargen wie etwa Dell, Acer und Lenovo. Die könnten kaum die Endkundenpreise erhöhen, denn das zerstöre das Wiederaufkeimen des IT-Geschäfts nach der Wirtschaftskrise, meint Wu. (Manfred Kohlen)

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