Stellenstreichungen bei Sun werden für Oracle zum Kostenbumerang

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Als »Costs Associated with Exit or Disposal Activities« musste Oracle der Börsenaufsicht zusätzliche Kosten im Rahmen der Eingliederung der gekauften Sun Microsystems melden.

Ganz so billig wie gedacht lassen sich die gekündigten Sun-Mitarbeiter nicht abspeisen: Für Abfindungen muss Oracle 40 bis 60 Millionen US-Dollar vorsehen, insbesondere durch die teuren Stellenkürzungen in Europa. Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich wegfallen, wurde nicht bekanntgegeben,

Andere Kosten im Rahmen der Integration von Sun ins Oracle-Imperium schlagen mit einigen hundert Millionen Dollar mehr als geplant zu Buche.
Ursprünglich plante Oracle etwa 325 Millionen US-Dollar für die Integration ein, inzwischen muss das Unternehmen diesen Wert aber mehr als verdoppeln: Zwischen 675 und 825 Millionen US-Dollar werde es wohl kosten, meldet Oracles Finanzabteilung pflichtbewusst an die SEC.

Je länger es dauerte mit der Akquisition, unter anderem wegen des Einschreitens der EU,  desto wertloser wurde Sun  – und desto mehr Zeit hatten die Sun-Angestellten, sich auf einen Kampf vorzubereiten. Einige Integrationsfiguren verließen zudem die Firma und trugen so nicht gerade zu Mitarbeitermotivation bei.

Zu den Mehrkosten zählt zudem der Unterhalt von Gebäuden, solange dort noch Sun-Mitarbeiter sitzen. Erst dann, wenn alle umgezogen sind, kann Oracle die Sun-Immobilien wieder zu Geld machen. (Manfred Kohlen)

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