Seagate BlackArmor 420 im Test
NAS mit Handbremse

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Nach der Buffalo TeraStation III haben wir mit dem Seagate BlackArmor 420 einen weiteren Netzwerkspeicher auf dem Prüfstand. Dieser besitzt ein kleines, schwarzes Gehäuse, das fast überall seinen Platz findet. Standardmäßig stecken zwei Platten darin, die jeweils 1 TByte fassen. Der Speicher kann bis 4 TByte aufgerüstet werden.

Vier Terabyte-Platten im RAID-Verbund

Um den Seagate BlackArmor mit den übrigen Testkandidaten vergleichen zu können, haben wir die beiden freien Laufwerksschächte mit 1-TByte-Platten aus Seagates Barracuda-Serie bestückt. Die Platten abreiten mit 7200 Umdrehungen und werden in einem RAID 5 betrieben, das NAS kann jedoch auch für RAID 0, 1 und 10 konfiguriert werden.

Für die Netzwerkanbindung besitzt der Speicher rückseitig zwei Gigabit-Ports, über die er von einem DHCP-Server IP-Adressen zugewiesen bekommt. Über die beiliegende Konfigurationssoftware kann man dem NAS jedoch auch feste IPs zuteilen. Zudem ist es möglich, dass die beiden LAN-Schnittstellen zwei verschiedenen Netzwerken mit unterschiedlichen IP-Gruppen zugewiesen werden.

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Neben den internen Platten, die in dem Gehäuse nicht abschließbar sind, verwaltet das NAS auch externe USB-Festplatten. Diese werden als zusätzliche Single-Laufwerke mit ins System eingebunden und können Benutzern oder Gruppen separat zugewiesen werden. Hierfür sind am Gerät vier USB-Buchsen vorhanden, die vorne und hinten am Gehäuse vorzufinden sind.

Über die Black Armor Discovery-Software lässt sich der Netzwerkspeicher im Netzwerk leicht lokalisieren. Aber auch über die Eingabe einer aktuellen IP-Adresse, die man auf dem gut lesbaren Display abrufen kann, lässt sich die Benutzeroberfläche aufrufen. Alle Einstellungen laufen über das Web-Interface. Über einen Einrichtungsassistenten, der nur beim Erststart erscheint, wird das NAS für den Einsatz im Netzwerk konfiguriert.

Seagate BlackArmor 420

Über die gut angelegten Untermenüs lassen sich Benutzer und Gruppen anlegen und Rechte verteilen. Ist im Netzwerk ein Windows-Server mit Active Directory vorhanden, kann der BlackArmor die Benutzer-/Gruppen-Einstellungen übernehmen.

Die Zusatzdienste wie FTP- oder UPnP-Server sind standardmäßig abgeschaltet ebenso der DNS- und der iTunes-Server. Diese werden erst nach einer kurzen Konfiguration aktiviert. Ein weltweiter Web-Zugriff erfolgt über den DynDNS-Dienst, bei dem man sich vorher anmelden muss.

Schneller Start, durchschnittliche Transferraten

Im Test konnten die schnelldrehenden Festplatten von Seagate, die im BlackArmor arbeiten, leider nicht ganz überzeugen. In den verschiedenen Benchmarks, unter anderem mit dem Intel NAS Performance Toolkit, kamen nur mittlere Übertragungsraten zustande. Via FTP konnten bis zu 21,5 MByte/s auf den Netzwerkspeicher geschrieben werden, was gut ist. Jedoch wurden beim Lesen nur maximal 40 MByte/s erreicht und damit deutlich weniger als etwa bei der Buffalo TeraStation III.

Intel NAS Performance Toolkit: : Ergebnisse für Seagate BlackArmor 420

Nach dem Versuch eines simulierten Ausfalles einer Platte ließ sich der BlackArmor nur bedingt starten. Auf dem Display wurde der Ausfall zwar quittiert, aber das Einbinden der neuen Platte klappte nicht auf Anhieb. Zwar wurde auf der Webseite per Flash-Video gezeigt, wie der Austausch vollzogen wird, aber das NAS weigerte sich die neue Platte in den RAID-Verbund aufzunehmen. Das klappt nur, indem ein neuer RAID-Verbund angelegt wird, was allerdings den Verlust aller gespeicherten Daten nach sich zieht – und damit genau das, was ein RAID 5 eigentlich verhindern soll.

Auch in Sachen Energieverbrauch zeigt sich der BlackArmor von Seagate nicht gerade von der besten Seite. Im Offline-Modus zieht das Gerät immerhin noch 9 Watt aus der Steckdose, im Betrieb sind es sogar 48 Watt. Einen Standby-Modus, der Platten und NAS in den Tiefschlaf versetzt, sucht man vergeblich. Per Menü lassen sich zwar die Platten abschalten, doch der Stromverbrauch sinkt dadurch im Test nur minimal.

Erfreulicherweise startet der BlackArmor 420 sehr schnell. Schon nach knapp 104 Sekunden ist der Netzwerkspeicher einsatzbereit. Bei der Laustärke gibt es nichts zu meckern: das Gerät arbeitet recht leise, so dass nur ein leichtes Rauschen zu vernehmen ist, das aber nicht negativ auffällt.

Wie Buffalo bietet auch Seagate eine kostenlose Hotline, die nur zu Bürozeiten zu erreichen ist. Eine gute Hilfe sind aber auch Handbuch und Seagate-Website, auf der zahlreiche Q&A bei den meisten Problemen helfen sollten.

Fazit

Von der Seagate BlackArmor 420 hatten wir aufgrund der schnell drehenden Seagate-Festplatten eigentlich bessere Transferwerte erwartet. Es konnten immerhin rund 20 MByte/s über Netzwerkfreigaben auf das NAS geschrieben werden, doch bei Lesezugriffen waren es nur 3 MByte/s mehr. Über eine FTP-Verbindung wurde die Lesegeschwindigkeit fast verdoppelt, aber andere Geräte liefern noch bessere Werte. Zudem liegt das Seagate-NAS auch beim Stromverbrauch nur im Mittelfeld.

ITespresso.de-Logo Befriedigend BlackArmor 420
Hersteller: Seagate
Internet: www.seagate.de
Preis: 649,99 Euro (2 TByte)

Note: befriedigend
Leistung (40%): befriedigend
Ausstattung (20%): gut
Funktionen (20%): befriedigend
Bedienung (15%): befriedigend
Service (5%): befriedigend

Ausstattungstabelle: 5 NAS im Vergleich

Technische Daten
Abmessungen: 160 x 207 x 269 mm
Gewicht: 6,2 kg
Festplattenkapazität: bis zu 8 Terabyte
Festplatten-Interface: 4 x SATA
Raid-Level: 0, 1, 5, 10
Anschlüsse: 2 x GBit LAN 10/100/1000Mbps, 4 x USB 2.0
Protokolle: SMB/CIFS, AFP, FTP/FTPS, SFTP, HTTP/HTTPS, NFS
Zusatzdienste: Print Server, DLNA Media Server
Active Directory Support: ja

Messwerte
Datendurchsatz LAN: 19,4 MByte/s (Schreiben), 22,6 MByte/s (Lesen)
Datendurchsatz FTP: 21,5 MByte/s (Schreiben), 40,0 MByte/s (Lesen)

Leistungsaufnahme
Online: 48 Watt
Offline: 9 Watt

Einschaltzeit: 104 Sekunden

Seagate BlackArmor 420

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