Schweiz: Am Dienstag von zuhause arbeiten

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Dass wir mittlerweile eine globalisierte Gesellschaft sind, haben nun auch die Schweizer entdeckt. Für morgen rufen sie auf, von zuhause aus zu arbeiten.

Alle Angestellten der Schweiz werden darum gebeten, im Rahmen der Aktion »Home Office Day« am 18.05.2010 von zuhause aus zu arbeiten – in modernen Zeiten ist dies schließlich mit dem Internet in vielen Berufen kein Problem mehr. Selbst bei der Namensgebung ihres freiwilligen Nationalfeiertags haben die Eidgenossen dem internationalen Druck nachgegeben, denn »Heimwerklitag« klänge nun mal nicht so gut (und müsste dazu mindestens 5 Prozent Zinsen für die »Premium-Schweiz-Edition« abwerfen, oder?).

Um das Volk zu beruhigen, fügt Computerworld-Schweiz-Redakteur Jens Stark an: »Keine Angst, morgen findet in der Schweiz nicht der erste Generalstreik seit 1918 statt«

Nein der »erste nationale Home Office Day« soll Unternehmen, Angestellte und Freiberufler zu Umdenken bringen, denn das Heimbüro erlaube flexible Zeitgestaltung, bringe Zeitersparnis und Lebensqualität – und könne durch weniger Pendlerverkehr die Umwelt (und den Geldbeutel des Arbeitgebers) schonen.

Das Schweizer Bundesamt für Energie, das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie sowie Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Umweltschutz würden die Aktion unterstützen, heißt es. Die Organisatoren predigten, dass sich flexible Arbeitsplatzmodelle bezahlt machen und die Produktivität um bis zu 30 Prozent steigern könnten. Jedem stehe es frei, sich auf der Website der Aktion anzumelden und die dort erhältlichen Informationen und Hilfen zur Heimarbeit abzurufen.

Der Mär mit der Leistungssteigerung werden sicherlich vor allem diejenigen widersprechen, die ihr Familien- und Arbeitsumfeld sauber trennen wollen. Denn schreit einmal ein Baby im Hintergrund, hat das sicher noch negativere Auswirkungen auf die Produktivität als das Aufpoppen von Messaging-Fenstern. µ

L’Inqs:

Home Office Day

Computerworld über die Globalisierungshintergründe

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