USA erwägt echte Militärschläge gegen Cyber-Angriffe

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Ein leitender Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums bestätigte, dass Internet-Attacken gegen die USA zum tödlichen Gegenschlag in der echten Welt führen könnten.

»Ja, wir müssen über Antworten nachdenken, die nicht nur auf die virtuelle Welt bezogen sind«, erklärte James Miller; der den blumigen Titel » undersecretary of defense for policy« trägt, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Diese Antwort kam auf die ketzerische Frage, ob Militäreinsatz nach einem Cyberangriff angedacht sei.

Was nun wirklich ein kriegerischer Akt ist, sei ja noch gar nicht klar definiert. Feindliche Handlungen wie digitale Spionage oder Einspeisen gefälschter Daten seien wohl noch kein ernstzunehmender Kriegsakt, beschwichtigt Miller die eigenen Worte. Man versuche aber, die Grauzonen erst einmal auszuloten.

Grundlage des Interviews war die Einrichtung der neuen Abteilung »Cyber Command« unter Leitung von General Keith Alexander. Das US-Verteidigungsministerium und die Armee hätten schließlich rund 90.000 Angestellte, die Computernetze verwendeten – und dies geschehe mit rund 7 Millionen Geräten.

Die Angriffe auf die eigenen Netze und deren Professionalität habe in den letzten zehn Jahren so massiv zugenommen, dass täglich tausende von Attacken abgewehrt werden müssten.

Ob das mit Bomben, Panzern und Soldaten sinnvoll ist? Nach Veröffentlichung solcher Gedanken jedenfalls dürften die Angriffswellen auf »die Amis« weiter steigen. Doch immerhin: Die Militärs erkennen, dass der nächste Krieg wohl im virtuellen Raum beginnt. µ

L’inqs:

AFP-Interview: Reale Angriffe gegen Cyber-Attacken

U.S. Strategic Command: Vorgesetzter des neuen Cyber Commands

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