Steve Jobs schießt erneut gegen Adobe

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Der Apple-Chef wettert in einem offenen Brief über die Flash-Technologie und wehrt sich gegen die Kritik seiner Kunden, dass weder iPhone noch iPad die Plattform unterstützen.

Adobes Flash sei eine überholte Technologie, zu veraltet und instabil, um sie auf den Apple-Geräte einzusetzen, schimpft Apple-CEO Steve Jobs. Jobs führt auch einen Symantec-Bericht für das Jahr 2009 an, in dem Flash eine der schlechtesten Noten in Sachen Sicherheit erhält. Außerdem saugt die Darstellung der Flash-Inhalte heftig am Akku der Mobilgeräte.

Apple will laut Jobs keine Zwischenschicht von Drittanbietern auf seinen Geräten haben, die Entwickler abhängig von deren Technologie machen. Mit Cross-Plattform-Entwicklungtools würde dieses Problem noch verschärft. Jobs spielt dabei auf den in der Adobe Creative Suite 5 integrierten Packager for iPhone an, der mit dem neuen Lizenzvertrag für iPhone-Entwickler ausdrücklich verboten ist. Adobe hat kürzlich die Weiterentwicklung dieses Konvertes eingestellt.

Apple setzt auf offene Standards wie HTML5, CSS und Javascript statt auf proprietäre Formate wie Flash, tönt Steve Jobs. Allerdings setzen mittlerweile viele populäre Webseiten Flash voraus, sonst sehen die Besucher gar nichts. Auch die Mehrzahl der Videos im Web – laut Adobe 75 Prozent – sind Flash-basiert. Dem Vorwurf, dass Anwender von iPad, iPhone und iPod Touch nicht das ganze Web zu sehen bekommen, hält Jobs entgegen, dass die meisten dieser Inhalte auch in Varianten auf Basis von H.264 zur Verfügung stehen und auf den Apple-Clients betrachtet werden können. Was Jobs verschweigt, ist, dass weder der H.264-Standard völlig frei ist, noch die iPhone- und iPad-Entwickler aufgrund der Abhängigkeit von Apple und dessen oft willkürlichen Zulassungsverfahren weder Transparenz noch Investitionssicherheit erwarten können. (Jacqueline Pohl)