Nach Linux-Verbot: Klage gegen Sony

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Das Firmware-Update 3.21 für die PS3, welches andere Betriebssysteme von der Konsole verbannt, könnte sich zum teuren Bumerang oder zumindestens unangenehmen PR-Unfall entwickeln.

Insbesondere Linux wurde auf den PS3 eingesetzt, um damit besser durch das Internet surfen zu können. Doch das gefiel dem Hersteller nicht, weshalb Sony mit dem Firmware-Update 3.21 (wir berichteten) kurzerhand den Stecker zog und damit nachträglich alle anderen Betriebssysteme ausmerzte. Genau dagegen wurde jetzt in Kalifornien Klage eingereicht, da mit »einer vorsätzlichen Entfernung einer wertvollen Funktion, die ursprünglich als verfügbar beworben wurde« ein Produktmangel eingetreten sei. Sony führte für den Patch »Sicherheitsbedenken« als Argument an. Dies wurde in der Anklagebegründung direkt als irrelevant für den Kunden entlarvt.

Insbesondere nach angelsächsischem Recht könnte sich daraus eine lawinenartige Massenklage mit kumulierten Schadensersatzforderungen in erheblicher Höhe ergeben: Der Ventura-Sammelanklage auf Schadensersatz und Unterlassungsanspruch können sich Millionen von PS3-Besitzer anschließen, die ihr Gerät zwischen 17. November 2006 und 27. März 2010 im regulären Handel erworben und nicht wieder verkauft haben. Die Höhe der von Sony geforderten Summe liegt angeblich jetzt schon über fünf Millionen Dollar.
(Ralf Müller)