Deutsche Unternehmen sind schwach geschützt

Big DataData & StoragePolitikRechtSicherheitSicherheitsmanagement

Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers überprüfte in einer Studie, wie hiesige Firmen ihre Daten schützen. Ergebnis: Nicht gut.

Seit Bundesbahn, Telekom, Krankenkassen und diverse Discounter für negative Schlagzeilen im Umgang mit Kunden-, Firmen- und den persönlichen Daten ihrer Mitarbeiter gesorgt haben, geriet das Thema in den Blick der Öffentlichkeit. Doch trotz dieser Skandale besitzt das Thema Datenschutz in deutschen Unternehmen nach wie vor keine hohe Priorität, legt gerade eine Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) offen. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen TNS Emnid wurden die 1000 größten Unternehmen Deutschlands untersucht und 230 Datenschutzbeauftragte befragt.

Die Ergebnisse wirken ernüchternd: 56 Prozent behaupten zwar, man nehme das Thema im Betrieb ernst, doch nur in 22 Prozent der Konzerne gibt es auch einen Datenschutzbeauftragten, der sich den Großteil seiner Zeit mit dieser Aufgabe beschäftigen kann. Von denen fertigen 49 Prozent einen jährlichen Bericht an, 7 Prozent schaffen es häufiger und 25 Prozent der Beauftragten besitzen diesbezüglich keine feste Vorgabe. Die unzureichende Dokumentation habe ihre Gründe, denn in gut der Hälfte aller Betriebe hat der Datenschutzbeauftragte kaum Zeit für seine Kernaufgabe. Auch die Mitarbeiter sind in Sachen Datenschutz meist nur unzureichend ausgebildet: Ein Drittel macht aus Alibigründen Einmalschulungen, 24 Prozent schulen nur nach Bedarf, 15 Prozent gar nicht.

Diese laxe Handhabung sei nicht ungefährlich: »Die Firmen gehen ein erhebliches Risiko ein, denn das Bundesdatenschutzgesetz schreibt vor, dass die Geschäftsleitung den Datenschutzbeauftragten mit den erforderlichen Ressourcen ausstattet«, erinnert Birthe Görtz, Datenschutzexpertin von PwC. Offensichtlich ist es nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Skandal.
(Ralf Müller)