Linux weg auf Playstation? EU-Richtlinie zwingt Händler zu Schadensersatz

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Das Upgrade der Playstation-Firmware durch Sony war ein Verlust versprochener Funktionen und zwang Wiederverkäufer Amazon dazu, Schadensersatz zu leisten.

Die durch Sonys Firmware-Update auf Version 3.2.1 beseitigte Linux-Unterstützung  nervte einen britischen Nutzer so sehr, dass er sich beim Verkäufer beschwerte. Er nutzte erfolgreich eine EU-Richtlinie, um von seinem Händler Schadensersatz zu erhalten.  Obwohl die Rechtslage noch unklar ist, gab dieser nach.

In diesem Fall handelte es sich beim Handel um Amazon.co.uk – der Online-Vertrieb wird sich wohl das Geld von Sony wiederholen. Der PS3-Besitzer ist Moderator im Spieleforum Neograf  und veröffentlichte das für Nutzer erfreuliche Resultat seiner Anstrengungen. Amazon zahlte 84 Pfund (derzeit 95 Euro) zurück, weil das Gerät nach EU-Direktive Directive 1999/44/EC nicht mehr über die zugesagten Eigenschaften  verfügte.

Weil Sony sich in den AGB darauf beruft,  sein Gerät durch Firmware-Updates zu verändern, z.B. um  die allgemeine Systemsicherheit zu erhöhen, ist die Rechtslage nicht sicher – Sony hat hier schließlich nichts versprochen. Amazon hatte wohl in England auf seinen Seiten die Linuxfähigkeit versprochen. In Deutschland dürfte unabhängig von der europäischen Direktive der »Katalogbetrug« des UWG greifen. Wenn also der Nutzer nachweisen kann, dass die Linuxfähigkeit gezielt beworben wurde und er das Gerät deswegen kaufte, dürfte auch hier die Idee vom Schadensersatz greifen. (Manfred Kohlen)

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