Java-Erfinder James Gosling verlässt Oracle/Sun

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Einige kluge Köpfe der Sun-Ära verlassen das in Oracle aufgegangene Unternehmen Sun Microsystems. Vor Java-Macher Gosling ging bereits schon XML-Miterfinder Tim Bray.

Keiner weiß wirkklich, was vorgefallen ist, doch der Mann, der hinter der Entwicklung von Java steht, hat wohl gekündigt und wortlos das Oracle-Gebäude verlassen, wird aus den USA berichtet.

James Gosling hat wohl das entwickelt, was Oracle am meisten an Sun interessierte: Die Programmiersprache Java, die betriebssystmunabhängig und als J2EE in vielen Geschäftsanwendungen läuft. Gosling hatte zuvor öffentlich beteuert, dass er keinen Zweifel an Oracles Bekenntnis und Verpflichtung zu Java habe und nahm den Posten als CTO (Chief Technology Officer)  für Oracles Client Group an.

Gestern berichtete er in seinem Blog , dass er erst einmal eine Pause machen werde, noch keinen neuen Job habe und nach der Pause wieder »auf die Jagd« gehe. Heute war sein Blog schließlich offline und ist es zu Redaktionsschluss noch immer. Die Gründe für seinen Weggang lässt er im Dunkeln, nur sein Worte zwischen den Zeilen, er sei nicht glücklich mit der »Politisierung« der Java-Community deuten auf Unstimmigkeiten mit dem Käufer Oracle hin.

Möglicherweise hat der Vortrag von Oracles Java-Experten Cameron Purdy auf der Entwicklerkonferenz TSSJS2010 den Ausschlag gegeben, denn von nun an würde Java die Sprache für Cloud Computing sein. Die Aussagen von Purdy werden aber im darauffolgenden Diskussions-Thread durch den Kakao gezogen, denn das, was er an Java toll finde, gäbe es schon seit Langem.

In klaren Worten sagte Gosling nur, dass er nichts Konkretes mitteile, weil die Wahrheit nur mehr Schaden bringe als Gutes. In andere Worte fasst es der britische Inquirer: »Das ist genauso geheimnisvoll wie die Java-Meldung »WARNING: Unhandled Exception in class java.lang.NullPointerException error«. Dem ist nichts hinzuzufügen. (Manfred Kohlen)

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