Unternehmen ertrinken in der Datenflut

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Das starke Anwachsen von Datenmengen lässt IT-Kosten in die Höhe schnellen und behindert zugleich die Verfügbarkeit von Informationen. Eine neue Studie der Oracle Applications Users Group zeigt die Herausforderungen für Unternehmen.

Durch gesetzliche Vorgaben, aber auch durch die betriebsinterne Notwendigkeit, Daten vorrätig zu halten, sind Unternehmen gezwungen, immer umfangreichere Datensammlungen anzulegen. Doch gerade das entwickelt sich zu einem Problem für die Unternehmen selbst. Einerseits können Anwender benötigte Informationen immer schwerer finden, andererseits bindet die umfangreiche Datenhaltung IT-Kapazitäten und behindert somit die Leistungsfähig des Unternehmens selbst. Dies zeigt die Studie „Information, Unplugged: 2009 OAUG ResearchLine Survey on Enterprise Application Information Lifecycle Management“, die die Oracle Applications Users Group (OAUG) in Auftrag gegeben hat. Diese Studie offenbart vor allem die Risiken der anschwellenden Datenflut.

Vertrauliche Informationen sind gefragt
Als kritisch bewerteten die Befragten in erster Linie die Kosten für Unternehmen. Diese ergeben sich aus zusätzlichem Personal für das Speichern und Verwalten von Informationen, die auf so genannten Legacy-Applikationen vorhanden sind. Häufig entsprechen diese Programme und Anwendungen auch nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik, was die Verwaltung und Nutzung erschwert.

Ein weiteres Problem ist die Nutzung vollständiger Kopien von Produktionsdaten in internen, ausländischen und ausgelagerten Entwicklungs- und Testumgebungen. Diese Praxis erhöht neben dem Volumen der Unternehmensdaten gleichfalls das geschäftliche Risiko. Bis zu 75 Prozent der Befragten erstellen Kopien von Echtzeit-Produktionsdaten für nicht-produktionsrelevante Zwecke, 78 Prozent nutzen Echtzeit-Produktionsdaten in produktionsfernen Umgebungen, aber nur 31 Prozent maskieren Daten, um vertrauliche Informationen zu verbergen.

Auf der Suche nach besseren Strategien
Auch die gesetzlichen Bestimmungen sehen immer längere Fristen zu Vorhaltung von Daten vor. Bei 60 Prozent aller Informationen muss eine Speicherung von sieben Jahren gewährleistet sein und 16 Prozent aller Daten müssen „für immer“ archiviert werden. Allerdings zeigt die Studie auch, dass in vielen Unternehmen kaum Strategien für den Umgang mit diesen Datenmengen vorhanden sind. Bestenfalls machen die Unternehmen gerade die ersten Schritte auf diesem Gebiet. 

Die meisten Teilnehmer versuchen, Leistungsschwächen mit begrenzt wirksamen Lösungen wie dem Tuning des Stapelspeichers der Anwendung zu bekämpfen. Gebräuchlich ist auf das Upgrade oder die Erweiterung der Hardware-Umgebung. Dieser Ansatz verkompliziert gegebene Strukturen und verursacht Kosten.

Bei einem Drittel der befragten Anwender fehlt ein Ansatz für den Umgang mit den steigenden Datenmengen in ihren Anwendungen vollständig. Die Autoren der Studie beklagen vor allem das Fehlen einer übergreifenden Strategie, um der Datenflut Herr zu werden. Hierin besteht die größte Herausforderung für Unternehmen.
(sg)

Weblinks
OAUG 
Informatica