Gerücht: Oracle will Solaris von Open Source trennen

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Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: Sun-Neubesitzer Oracle sieht das frisch erworbene Software-Portfolio kritisch. Vor allem die Affinität zu Open Source stört.

Datenbankspezialist Oracle scheint nicht glücklich mit der Richtung, die Solaris 10 eingeschlagen hatte. Am Ende würde es noch als (kosten-) freie Software enden. Gerüchteweise will die Firmenleitung den Kurs ändern, weg von Open Source und zurück in das proprietäre Biotop mit klarem Ertragsmodell.
Falls es doch bei Open Solaris bleibt, dann dürften zumindest wertvolle Komponenten und Module herausgelöst und als kostenpflichtige Zusatzofferten auf den Markt gebracht werden.

Andere Quellen sprechen konkret davon, dass Solaris 10 bald nur noch als 90-Tage-Probeversion zu haben sei, die nach dieser Testphase dann eine kostenpflichtige Lizenz notwendig mache. Dadurch wird das Betriebssystem wohl nicht gleich von der Bildfläche verschwinden, aber seine Popularität dürfte klar sinken. Was aus Open Office wird, scheint noch völlig offen.

Der Strategiewechsel wirkt jedenfalls merkwürdig, da Sun Microsystems Lob dafür kassiert hatte, sich seinerzeit mit der Öffnung vor der Bedeutungslosigkeit gerettet zu haben. Mehr Schaden hätten da schon die Wirtschaftskrise und die Übernahme durch Oracle verursacht als Open Source. IDC-Analysten sehen die Zukunft von Sun ohnehin mehr von den Java-Produkten abhängig. (Ralf Müller)