Greenpeace: Cloud Computing wird mit dreckiger Kohle befeuert

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Manche Firmen versorgen ihre Rechenzentren mit erneuerbarer Energie. So vorbildlich sind nicht alle Service Provider, kritisiert eine Umweltstudie.

In ihrem gestern vorgelegten »Make IT Green Report« (PDF) beschäftigt sich Greenpeace mit den Hosted Services, insbesondere mit dem zunehmend populären Cloud Computing. Prompt stießen sie auf ein Problem: Die Rechenzentren werden in vielen Fällen direkt von dreckigen Kohlekraftwerken mit Strom versorgt. Um diesen Frevel etwas zu vertuschen, mischen die Provider noch etwas erneuerbare Energie dazu. Ein schmutziger Trick, prangern die Umweltschutzaktivisten an.

»Da wird für Cloud Computing und die zugrundeliegende Infrastruktur mit dem Hinweis auf weniger CO2-Emission und saubere Energie geworben«, regt sich Greenpeace auf. Doch in Wahrheit sieht es ganz anders aus. Auch bei »Saubermännern« wie Google und Facebook wäre es angezeigt, dass sie ihre Green Agenda noch kräftig ausbauen, so der Report. In einigen ihrer Rechenzentren stammen nur 3,8 bzw. 7 Prozent der Energie aus umweltfreundlicher Produktion. Nur in Dallas schöpft Google vorbildliche 50,9 Prozent des IT-Strombedarfs aus alternativen Quellen. Facebook dagegen versorgt sich in Oregon hauptsächlich aus Kohlekraftwerken.

Anderes Beispiel Apple: Deren DataCenter in North Carolina schöpft auch nur 3,8 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen. Fast 51 Prozent stammt aus der Verfeuerung von Kohle, weitere 38,7 Prozent steuern Atommeiler bei. Oder Microsoft: Deren Rechenzentrum in Texas kommt immerhin schon auf 11 Prozent Solar- und Windkraft, während das MS-Pendant in Chicago es gerade einmal auf magere 1,1 Prozent grüner Energie bringe. Yahoo steht in New York einen Hauch umweltfreundlicher da und bezieht immerhin 27,7 Prozent des Stroms aus Wasserkraftwerken.

Greenpeace schöpfte einige Daten der Studie Smart:2020 und die Zahlen der Climate Group und der Global e-Sustainability-Initiative ab, um daraus abzuleiten, dass die Cloud-Services in 2007 umgerechnet etwa 830 Tonnen CO2 in die Luft geblasen haben. Dieser Wert werde sich binnen einer Dekade verdoppeln. Nicht gerade ein positiver Trend. Der zugrundeliegende Stromverbrauch lag bei 1,96 Milliarden Kilowattstunden und werde sich bis 2020 verdreifachen. (Ralf Müller)