Telekom-Trend: Mehr mobile Daten als Telefonate

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Die Smartphone-Besitzer aktualisieren lieber ihre Facebook-Seite als mit Freunden zu telefonieren. Daher überflügelte im Dezember das mobile Datenaufkommen erstmals den Bandbreitenverbrauch von Sprachdaten.

Die Auswertung von Ericsson zeige eindeutig den Trend zum mobilen Datenaustausch: 140.000 Terabytes seien es laut den Schweden im vorigen Dezember gewesen. Damit verdoppele sich der mobile Datenverkehr alle fünf Jahre. Im vorigen Jahr lag das Wachstum bei satten 280 Prozent. Eine Nachricht, die Provider auf der gerade stattfindenden CTIA Wireless in Las Vegas sicher gerne hören, bringt ihnen der Datentraffic deutlich höhere Umsätze ein als reine Telefonate.

Dennoch hinkt der Vergleich, dass die Kunden lieber Fotos, Videos und Texte verschicken als zu sprechen, denn für die Stimmenübertragung wird vergleichsweise wenig Bandbreite gebraucht, während schon ein kleiner Videoclip in schlechter Auflösung ganz schön ins Gewicht fällt. Aktive Facebooker und ihre Handyrechnung können das bestätigen.

Die Datenaktrobaten müssen zudem eine Menge Geduld mitbringen, denn eine UN-Statistik ergibt bei näherer Betrachtung ein ernüchterndes Ergebnis: Im weltweiten Schnitt wurden die Mobildaten 2009 mit 8 Bit pro Sekunde übertragen. Das ist ziemlich weit von Breitband-Geschwindigkeit weg. Wenn man stattdessen nur die UMTS-Kunden auswerten würde, käme man natürlich auf deutlich bessere Werte. (Ralf Müller)