Deutsche haben Angst, im Web ihre Meinung zu sagen

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Eine Studie hat die Meinungsfreiheit im Internet und kulturelle Unterschiede bei der Ausübung untersucht. Die Menschen in China fühlen sich demnach freier im Internet als die Deutschen.

Die Studie im Auftrag der BBC hat Internetnutzer in 26 Ländern zum Thema Meinungsfreiheit und dem Recht auf freien Internetzugang befragt. Obwohl in den Ländern unterschiedliche Gesetze die Freiheit im Web sicherstellen oder einschränken, ist das Empfinden der Anwender oft überraschend. In China fühlen sich 45 Prozent sicher, wenn sie im Internet ihre Meinung äußern. Am sichersten fühlen sich die Internetnutzer in Nigeria (85 Prozent).

 

In Deutschland hält sich dagegen die Mehrzahl mit freier Rede zurück: 79 Prozent sind überzeugt, dass das Web keine sichere Umgebung für Meinungsäußerungen ist. Unter den 26 Ländern ist Deutschland damit die Nation, die sich am wenigsten traut, ihre Meinung im Web zu sagen.

Die Mehrheit (79 Prozent) aller Befragten ist der Meinung, dass Internetzugang ein Grundrecht sein sollte, in Deutschland liegt der Wert bei 78 Prozent. 90 Prozent der Studienteilnehmer geben an, im Web zu lernen, 47 Prozent suchen nach Informationen und 32 nutzen das Internet zur Kommunikation. Die meiste Angst bereitet den Usern Betrug (32 Prozent), staatliche Zensur besorgt sechs Prozent. (Jacqueline Pohl)