Verbraucherzentrale fordert Verbot von Abofallen

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Die Regierung soll ihr Versprechen einlösen und gegen die »Online-Mafia« vorgehen, mahnen Verbraucherschützer.

In Koalitionsvertrag hatte Schwarz-Gelb angekündigt, den Betrug durch Kostenfallen im Internet zu stoppen. Anlässlich einer Konferenz des Europarats zum Thema Computerkriminalität, die in diesen Tagen in Straßburg stattfindet, erinnert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) die Regierung an dieses Versprechen.

Die Verbraucherschützer drängen auf schärfere Vorgaben für Verträge im Internet. Ein wirksames Mittel wäre es, vor Vertragsabschluss eine Bestätigung zur Pflicht zu machen, bei der der Verbraucher die anstehenden Kosten nochmals aufgeführt bekommt und diese separat bestätigen muss. Ein solches Regelwerk wurde in Frankreich bereits mit Erfolg eingeführt. Laut VZBV gibt es dort keine Probleme mehr mit Abofallen. Andere Ansätze sind weniger Erfolg versprechend. Werden einzelne betrügerische Angebote gestoppt, starten die Betreiber einfach wieder eine leicht abgewandelte Abzocke.

In Deutschland summiert sich der Schaden durch unseriöse Lockangebote, die in Kostenfallen münden, jährlich auf einen mehrstelligen Millionenbetrag, teilt der VZBV mit. Häufig werden Verbraucher mit Gratis-Diensten geködert und bekommen letztlich ein teures Abo untergejubelt. Ihren Forderungen verleihen die Betrüger mit Drohungen Nachdruck. Die Einschüchterung funktioniert oft – aus Angst vor noch größeren Kosten zahlen viele Kunden. (Jacqueline Pohl)