EU will flächendeckendes Breitband-Internet bis 2013

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Innerhalb von drei Jahren soll jeder EU-Bürger einen schnellen Internetzugang bekommen können.

Die EU-Kommissarin für Telekommunikation und Informationstechnologie, Neelie Kroes, plant, jedem EU-Bürger bis 2013 einen Breitband-Internetanschluss zu ermöglichen. Diese Absicht geht aus der „Digitalen Agenda für Europa“ hervor, die in den kommenden Wochen öffentlich vorgestellt wird.

Welche Geschwindigkeit sich die EU als Breitband-Zugang vorstellt, ist in dem Arbeitsdokument der EU leider nicht vermerkt. Nach der Definition der deutschen Regierung gilt inzwischen ein Anschluss ab 1 MBit/s Download-Geschwindigkeit als Breitband-Zugang, bis vor kurzem waren es sogar nur 384 kBit/s. Laut Informationen des Handelsblatts will die EU aber dafür sorgen, dass bis zum Jahr 2020 Internet flächendeckend mit 30 MBit/s zur Verfügung steht. Das Strategiepapier geht davon aus, dass bis dahin sogar die Hälfte aller Europäer mit 100 MBit/s im Web unterwegs ist.

Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom erwarten sich von der EU-Initiative vor allem eine kräftigere Unterstützung beim Ausbau des Netzes mit Glasfaserkabeln. Branchenverbände wie der europäische Verband der TK-Anbieter Etno stellen beispielsweise Steuererleichterungen und Fördermittel in den Raum. Der Netzausbau wird allein in Deutschland etwa 30 bis 50 Milliarden Euro verschlingen. Die deutsche Bundesregierung plant, schon bis Ende 2010 alle Deutschen mit Breitband zu versorgen, bis 2014 sollen schon drei Viertel aller Haushalte mit 50 MBit/s durchs Web surfen. (Jacqueline Pohl)