Datenschutz: Internet-Nutzer sehen Eigenverantwortung

Big DataData & StoragePolitikRechtSicherheit

Die Mehrheit der Internet-Nutzer sieht einer Bitkom-Umfrage zufolge die Hauptverantwortung für den Datenschutz im Internet bei sich selbst. Allerdings wissen viele Nutzer nicht, wie sie ihre Daten am besten schützen.

Während 55 Prozent der vom Bitkom befragten Internet-Nutzer an eine hohe Eigenverantwortung beim Datenschutz im Internet glauben, sehen 36 Prozent den Staat in der Pflicht und nur 8 Prozent die Wirtschaft. »Die meisten Verbraucher sind sich bewusst, dass der Schutz ihrer Daten stark von ihrem eigenen Verhalten abhängt«, fasst Bitkom-Präsident Scheer zusammen, appelliert aber auch an Firmen, Datenschutz als Qualitätsmerkmal und nicht als Bürde zu sehen. Ein hohes Datenschutzniveau in Deutschland könne auch ein Standortvorteil sein.

Viele Nutzer wissen jedoch nicht, wie sie ihre Daten am besten schützen. In der Umfrage gaben 47 Prozent an, dazu fehlten ihnen Informationen. Scheer kündigte daher an, die Wirtschaft werde mehr für die Aufklärung der Nutzer tun. Er hat einen Graben zwischen Unbekümmerten und Übervorsichtigen ausgemacht: »Die einen geben bedenkenlos ihr ganzes Leben preis inklusive intimster Informationen, die früher in Tagebüchern weggeschlossen wurden. Die anderen machen weder Online-Shopping noch -Banking, aus Angst vor Ausspähung.«

Der Bitkom begrüßt die von der Bundesregierung geplante »Stiftung Datenschutz«, die Scheer zufolge nicht nur bei der Aufklärung der Bürger helfen und Vorschläge für ein modernes Datenschutzrecht machen soll. »Gleichzeitig kann sie einen freiwilligen Datenschutz-Check für Anbieter [im Internet] entwickeln«, so Scheer. Schließlich wünschen sich 54 Prozent der Internet-Nutzer ein staatliches Datenschutz-Siegel, um Online-Angebote besser einschätzen zu können. (Daniel Dubsky)