IDC: Starker Markt und starke Typen

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Der PC-Markt 2010 wird durch neue Formfaktoren geprägt. Vor allem All-in-One-PCs und virtuelle Desktops entwickeln sich stark weiter. Der Hype um Netbooks ist vorbei, der um Notebooks noch nicht.

Der Desktop-PC ist noch lange nicht tot. Allerdings wird er seine Form stark verändern. Das ist kurz gesagt, das Fazit von IDCs gerade erschienener Studie zum PC-Markt 2010. Vor allem Endverbraucher, aber auch Profi-Anwender werden 2010 neue Formfaktoren bei den Desktops ausprobieren. Sinkende Preise machen die Kunden experimentierfreudig.

Trotz der Renaissance der Desktop-PCs sind Mobilrechner nach wie vor die Wachstumstreiber. Zu diesem Schluss kommen auch die Marktforscher von Gartner.

Die IDC-Prognosen:

• Ultradünne Laptops machen weniger als fünf Prozent der Mobilrechner aus. Zwar wächst die Aufmerksamkeit für diese Geräte, doch für den ganz großen Erfolg auf dem Massenmarkt sind sie einfach noch zu teuer.

• Das Wachstum der Mini-Notebooks oder Netbooks schwächt sich stark ab und verharrt auf hohem Niveau. Dazu tragen auch die sinkenden Preise für Notebooks bei.

• Der Niedergang der PC-Preise wird ebenfalls abgebremst. Vor allem die steigende Nachfrage der Kunden macht es weniger wahrscheinlich, dass Hersteller ihre Preise senken.

• Jeder zehnte Enterprise-Desktop ist ein virtueller Desktop.

• Der Anteil der All-in-One-PCs verdoppelt sich. Gestiegenes Interesse der Privatanwender und der Unternehmen hievt den Marktanteil dieses PCs auf dem globalen Desktop-Markt auf zehn Prozent.

• Mobilrechner machen 60 Prozent aller verkauften PCs aus.

• PCs und Notebook mit Touchscreen entwickeln sich nicht wie erhofft. Da es in diesem Bereich noch an guten Anwendungen mangelt, halten sich die Verbraucher zurück. Auch Apples iPad wird den Verkauf von Tablet-PCs mit Windows nicht ankurbeln. Angekündigte Tablet-Modelle von Herstellern wie HP oder Lenovo werden mit Interesse wahrgenommen, aber auch nicht mehr.

• DVD-Laufwerke werden nicht durch Blu-ray-Laufwerke verdrängt. Das Format genügt nach wie vor allen Anforderungen und ist preiswert.

• Laptops mit WiMAX-Technik verkaufen sich besser als ihre Pendants mit 3G.

Kopf-an-Kopf-Rennen um die beste Marktanalyse: Die Websites von IDC (oben) und Gartner.


Gartner sagt 20 Prozent Wachstum voraus

Zu einem ähnlichen Ausblick auf den PC-Markt kommen die Kollegen von Gartner. Sie sagen ein weltweites Wachstum von 20 Prozent in diesem Jahr voraus. Genauer gesagt: Insgesamt werden 366,1 Millionen PCs verkauft, das sind fast 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Allerdings legt Gartner den Schwerpunkt stärker auf die Mobilrechner. Zwar werden die Netbooks – ähnlich wie bei IDC – keine steilen Zuwachsraten mehr erreichen, aber die Klasse der Mobilrechner wird insgesamt für 90 Prozent des Wachstums auf dem Markt verantwortlich sein. 2012 sollen die Mobilen schon 70 Prozent aller verkauften Rechner stellen.
(mt)

Weblinks
IDC
Gartner

(kleines Foto: Dell-PC)