Abwärtstrend für illegalen Datentausch per P2P

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Zumindestens in Amerika nehme die Zahl der Downloads geklauter Songs ab, melden die Marktforscher der NPD-Group. Ihre jüngste Auswertung spricht von minus 25 Prozent in 2009.

Die Musikindustrie hämmert unverändert der Weltöffentlichkeit ins Hirn, dass einzig die bösen Raubkopierer Schuld am Niedergang der Plattenverlage seien. Dann hätten die im vergangenen Jahr wieder ein fettes Wachstum registrieren müssen, denn ein Viertel aller Fans von illegaler Musik hat die Lust am kostenfreien P2P-Download verloren. Trotzdem ging es weiter abwärts mit der Musikindustrie. Etwa 24 Millionen Kunden weniger. Sowas aber auch…

Das renommierte Marktforschungsinstitut NPD-Group jedenfalls sieht drastische Rückgänge des illegalen Verhaltens. Warum? »Da draußen gibt es viele Leute, die inzwischen ihre Musiksammlung vervollständigt haben. Sie sind gesättigt mit bezahlter und unbezahlter Musik«, vermutet NPD-Chefanalytiker Russ Crupnick. Neben einem klassischen Sättigungsgrad können sich die Marktforscher auch noch vorstellen, dass die steigende Zahl von Malware und Viren im P2P-Umfeld, die werbebasierten Musikdiensten wie Spotify, Pandora oder Vevo sowie die Angst vor den ruchlosen Anwälten der Musikindustrie und ihren überzogenen Strafforderungen Marke »Existenzvernichtung« dazu beitragen. Jugendliche, Studenten und alleinerziehende Mütter wurden zu Summen verknackt, die sie kaum je in ihrem Leben verdienen können.
Da hat man seine Kunden womöglich derart vergrault, dass sie ihre Geldbörsen zukünftig für legale Musik bewusst geschlossen halten? Die Kunden bräuchten schließlich nur abzuwarten, bis die großen Labels wirklich pleite sind – und bis dahin Konzerte ihrer Lieblingskünstler besuchen. (Quelle: TheInquirer.de)