Warnung: Störsender manipulieren GPS-Signale

Sicherheit

GPS ist für viele von uns bereits fester Bestandteil des Alltags. Sei es als Navigationshilfe im Auto oder Handys, als Unterstützung des Flottenmanagements bei Speditionen oder für Seefahrer. Doch Experten auf einer Fachkonferenz in im britischen Teddington haben nun vor den Sicherheitslücken im GPS-System gewarnt.

So könnten Kriminelle Störsender nutzen, um den Empfang von GPS-Signalen zu beinträchtigen oder ganz zu blockieren. Diese Störsender sind im Internet schon für weniger als 100 Euro erhältlich und könnte zum Beispiel dazu benutzt werden, die Ortung eines gestohlenen Fahrzeugs zu verhindern.

David Last, einem der Konferenzteilnehmer zufolge, können Störsender aber nicht nur die Satellitensignale stören, sondern gar gezielt verfälschen. Die Financial Times zitiert den Navigationsexperten Alan Grant, der ein interessantes Beispiel präsentierte: Die britische Leuchtturmbehörde manipulierte mit einem Störsender die Signale vor der englischen Küste, so dass die Instrumente angaben, Schiff führen mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Knoten über Land. Das Problem in der Schifffahrt: Viele Seeleute würden sich mit alternativen Navigationsmethoden nicht mehr so gut auskennen und sich zu sehr auf das GPS-Signal verlassen.

Auch Autodiebe könnten diese Methode nutzen, um falsche Positionen zu übertragen. In der Hand von Terroristen wären diese Störsender extrem gefährlich. Gegenüber der Financial Times sagte Bob Cockshott, Leiter des Bereichs Location & Timing beim britischen Digital Systems Knowledge Transfer Network, man habe bereits Terroristen mit diesen Geräten aufgegriffen.

Das generelle Problem bei GPS, ist das schwache Signal, das mit einer Stärke von nur 100 Watt aus etwa 20.000 Kilometern Höhe auf die Erdoberfläche gerichtet sei. Solch ein schwaches Signal könne man leicht stören. Allerdings mache sich bisher kaum jemand ernsthaft Gedanken über die Sicherheitslage bei GPS. „Mit GPS ist es derzeit wie früher mit Computer vor der ersten Vireninfektion“, sagte Bob Cockshott. (Christian Lanzerath)