MWC 2010: Die App(le)-Opposition

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Um einzelnen Herstellern und ihren proprietären App-Shops etwas entgegen zu setzen, haben sich soeben 24 globale Provider in Barcelona verschworen, einen großen Open-App-Store für alle auf die Beine zu stellen.

Es gibt den App Store von Apple, dann kommt lange nichts mehr, und dann folgen die ganzen Me-too-Shops der anderen Hersteller wie RIM, Google, Palm oder Nokia. Diese Situation gefällt der Telekom-Branche offensichtlich nicht, denn im Rahmen des Mobile World Congress kündigten sie an, eine offene App-Plattform für alle Systeme, Kunden und Länder aufbauen zu wollen. Bis gestern haben 24 größere Provider sich diesem Gemeinschaftsprojekt angeschlossen. Es soll »Wholesale Applications Community« heißen und den fragmentierten Markt vereinen.

Zu den Aktivisten hinter dem globalen Shop gehören unter anderem: Vodafone, Verizon, Sprint, China Mobile, Orange und sogar AT&T, die in den USA gut am iPhone verdienen. Auch Hardware-Hersteller haben sich schon hinter WAC gestellt, namentlich LG Electronics, Samsung und Sony Ericsson.

»Wir wollen vor allem den Entwicklern einen simplen und geradlinigen Weg öffnen, um innovative Apps oder Services für die ganze Welt und mehrere Hardware-Plattformen zu schaffen«, preist die neue Allianz ihr Projekt an. Binnen zwölf Monaten werde man einen gemeinsamen Standard für Entwickler und Kunden schaffen, so dass alles über eine harmonisierte Umgebung abgewickelt werden könne.

Die WAC-Aktivisten bringen gemeinsam immerhin 3 Milliarden Kunden mit, so dass die wirtschaftliche Perspektive dieses Projekts enorm ist. »Ich bin zwar nicht an einem anderen Mobilshop interessiert, aber es wäre mir schon ganz lieb, wenn Apple eine ernstzunehmende Konkurrenz erhält«, twitterte gerade der bekannte iPhone-App-Entwickler Fraser Spiers. (Ralf Müller)