Quo vadis? SAP feuerte Boss am Wochenende

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INQ_SAPtrubelIn einer überraschenden Kurzschlussreaktion entließ der Aufsichtsrat den so mühsam aufgebauten CEO Léo Apotheker – nach nur einem Jahr im Amt.

Über zwei Jahrzehnte ackerte sich Apotheker durch die Ränge des Softwarekonzerns. Er war der Hoffnungsträger von Firmengründer Hasso Plattner und als Nachfolger des langjährigen CEO Henning Kagermann aufgebaut worden. Jener wurde im Mai 2009 aufs Altenteil geschoben. Für Léo Apotheker greift SAP zur Not-Lösung, eine Doppelspitze zu etablieren: Gleichberechtigt agieren nun der bisherige US-Chef Bill McDermott und Entwicklungschef Jim Hagemann Snabe. “Das sind nur Lückenbüßer”, lautete prompt die Beurteilung des Marktforschungsinstituts Forrester. Plattner beschwört in seiner Begründung, mit der Personalentscheidung “Produkt-Innovation und Kunden-Bedürfnisse” besser aufeinander abstimmen zu wollen. Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Der plötzliche und unerwartete Rausschmiss von Apotheker lässt erahnen, welcher Tumult hinter den Kulissen herrschen muss. Angesichts der im Vorjahr meuternden Firmenkunden und der Umsatzverluste im Vorquartal (allein minus 40 Prozent bei den Softwareverkäufen) eigentlich kein Wunder. Zumal die Kritik an Apotheker immer lauter wurde, merkt das Handelsblatt an:  Sein rabiater und sehr direkter Führungsstil stieß auf Gegenwehr. Auch der unzureichende Umgang mit Kunden, etwa bei der mittlerweile gescheiterten 22-Prozent-Erhöhung der Wartungspreise, wird ihm angelastet, so das Wirtschaftsmagazin. Hinzu kam der Flop bei der teuren Entwicklung einer neuen Mittelstandsplattform. Mal sehen, ob sich der Konzern mit Doppelspitze nun einen Doppelfehler leistet. (Quelle: TheInquirer.de)