Swift bremst nun doch die USA aus – für den Augenblick

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Eigentlich hat die EU alle internationalen Finanzdaten seiner gut 500 Millionen Einwohner plus Unternehmen und Organisationen den Amerikanern zum 1. Februar freigegeben. Für lau. Jene haben unsere Kontodaten zum Glück noch nicht erhalten.

Die genossenschaftliche Organisation Swift wickelt für alle europäischen Staaten die internationalen Transfers ab. Ob Sie in Österreich Geld vom Automaten abrufen, einem Auslandshotel Geld überweisen oder Firmen international handeln – alles läuft über Swift. Das sind täglich 15 Millionen Transaktionen im Gesamtwert von über vier Billionen Euro. Genau diese ganzen Informationen will die EU laut Vertrag mit den USA seit Monatsanfang zur freien Verfügung stellen. Ohne Kontrolle über die weitere Nutzung. Alles nur unter dem Deckmäntelchen der Terrorismusabwehr.
Früher haben die Amerikaner übrigens jahrelang (seit 2001) unsere Daten heimlich abgezweigt, weil ein Swift-Rechenzentrum in den USA schlicht angezapft wurde. Ohne juristische Grundlage. Mit Jahreswechsel hatte Swift die dortigen Server endlich abgeschaltet und dieses gigantische Datenloch gestopft. Daraufhin kam es auf der politischen Bühne zu Schachereien, denen die EU-Politiker offensichtlich ohne großen Widerstand erlagen.
Jedenfalls weigert sich Swift publikumswirksam, den Daten-Deal anzuerkennen und alle Finanz-Transaktionen herauszurücken. Andererseits geben sich die US-Behörden momentan überraschend zurückhaltend und versuchen bislang nicht mit Gewalt, sich den erwünschten Zugriff auf die Daten aller europäischen Bankkunden zu verschaffen.

Übrigens wird das Volk überhaupt erst nächste Woche gehört, denn dann können erstmals die Abgeordneten des Europäischen Parlaments über den US-Deal abstimmen. Bis dahin soll die Swift-Blockade in jedem Fall aktiv sein. Das Handelsblatt berichtete heute, auch der Bundesverband deutscher Banken würde hinter dieser Entscheidung stehen. Das Ergebnis der Abstimmung scheint noch völlig offen. (Quelle: TheInquirer.de)