Personalchefs achten auf Online-Profil

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Immer mehr Personalchefs suchen bei Bewerbern nach den Spuren, die diese online hinterlassen. Ein schlechter Online-Ruf kann eine Bewerbung scheitern lassen. Das bestätigt jetzt eine aktuelle Datenschutzstudie, die Microsoft in Auftrag gegeben hat.

71 Prozent der deutschen Personalmitarbeiter glauben, dass ein positives Online-Profil die Chancen einer Bewerbung stark oder zu einem gewissen Grad erhöht. Und dementsprechend agieren sie auch. 59 Prozent der Personalentscheider suchen Informationen zum Bewerber im Internet. Das geht aus einer Studie hervor, die Microsoft bei Cross Tab Marketing Services in Auftrag gegeben hat. Die Studie wurde anlässlich des 4. Europäischen Datenschutztages veröffentlicht.

Bei den Bewerbern hat dieser Bewusstseinswandel offenbar noch nicht eingesetzt. Glaubt man der Studie, dann achtet weniger als die Hälfte der Internetnutzer auf »ihre Online Reputation«, wenn sie Inhalte hochladen. Nur 13 Prozent der Nutzer befürchten, dass ihr Online-Profil einer Bewerbung schon mal geschadet hätte. Die Sorglosigkeit kann jedoch auch ins Auge gehen, denn 16 Prozent der Personaler haben schon einmal einen Kandidaten aufgrund eines unvorteilhaften Online-Profils abgelehnt.

Die häufigsten Gründe: unpassende Kommentare des Kandidaten, unpassende Fotos oder Videos, Bedenken bezüglich des Lebensstils und die Aufdeckung falscher Angaben in der Bewerbung.

Online-Suche ist kein offizieller Teil
Laut Studie kontrollieren »22 Prozent der Personalentscheider immer und 37 Prozent meistens die Bewerber online«. Allerdings ist das nur bei 21 Prozent der Unternehmen ein formaler Teil des Auswahlprozesses ist. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Suche nach den Online-Spuren eines Bewerbers offiziell nicht gern zugegeben wird.

Die Autoren der Studie empfehlen daher, das Online-Profil durch »geeignete Maßnahmen zu schützen und zu verbessern«. Mit vorbeugenden Maßnahmen wie Datenschutzeinstellungen in sozialen Netzwerken, dem Verzicht auf das Online-Stellen bestimmter Texte, Fotos oder Videos könne der Nutzer verhindern, dass sein Online-Ruf sich verschlechtert. Außerdem könne man den Administrator einer Webseite auch bitten, »unvorteilhafte oder unwahre Inhalte« zu löschen.
(mt)
(kleines Bild: Virtuelles Datenschutzbüro)

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