DNA-Fingerabdruck für digitale Musikdateien

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Um den Raubkopierern das Leben etwas schwerer, den Musikverlegern das Geschäft etwas angenehmer und den Audiophilen den Hörgenuss schöner zu machen, haben einige Sound-Ingenieure ein trickreiches Songformat ausgetüftelt.

Einige jener Beteiligten, die damals beim Fraunhofer Institut das bahnbrechende MP3-Format entwickelt hatten, schlossen sich zusammen, um die »MusicDNA« zu komponieren. Natürlich verspricht es eine deutlich bessere Klangqualität als MP3. Doch wesentlich wichtiger: Das Songformat bringt einige Metadaten mit. So können die Liedtexte, ein Videoclip, das Cover-Artwork oder sogar Blog-Posts enthalten sein. Wer eine MusicDNA-Datei anlegt, könnte für kontinuierliche Updates sorgen, so dass es praktisch zu einem dynamischen Format wird.

Der Spaß hat natürlich eine Schattenseite: Bis zu 32 GByte zusätzlicher Information passen in eine Songdatei. Das klingt einerseits cool, dürfte aber die Bandbreite der Portale und das Fassungsvermögen der meisten Player ganz schön belasten. Smartphones machen da gleich die Grätsche. Was in der Theorie nach einem netten Marketing-Tool klingt, dürfte es in der Praxis schwer haben. (Ralf Müller)