Oracle erwartet diese Woche EU-OK für Sun Übernahme

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Die EU-Kommision, die wegen Bedenken zum Datenbank-Markt die Übernahme von Sun durch Oracle blockierte, wird diese Woche endlich ihr Okay geben – erwarten zumindest Oracle und Sun.

Branchenbeobachter John Paczkowski, der für das Wall Street Journal das Blog »All Things Digital« betreibt, fragte bei den gestressten Oracle und Sun-Managern nach, was diese denn zur EU-Entscheidungsfrist am 27. Januar erwarten. Und erstaunlich: Beide Seiten glauben, dass die EU-Kommission endlich ihren Widerstand bricht. Die Kommision hatte den Zusammenschluss bisher blockiert.

Die Mitteilung, MySQL auszulagern und als Open-Source-System weiterzuführen, dürften vielleicht für Milde der EU-Kartellwächter sorgen.

MySQL-Gründer Monty Widenius, der den Oracle-Sun-Deal vehement bekämpfte, teilt nun der Nachrichtenagentur Reuters mit, der setze seine Hoffnung auf die Kartellbehörden Russlands und Chinas: »Sie haben eine Möglichkeit, den Job besser zu machen als die EU«. Widenius schäme sich für das europäische System, berichtet die Agentur.

Anfang Februar wollen die Unternehmen dann offiziell die erfolgreiche Übernahme von Sun Microsystems verkünden. Einige Beteiligte dürften in Jubelschreie ausbrechen angesichts der Summen, die vor allem für die Führungsriege vereinbart wurden. Die einfachen Mitarbeiter aber dürften weniger fröhlich gesinnt sein, denn ein Stellenabbau ist ohnehin geplant – er soll aber nicht so schlimm ausfallen, wie man im Vorfeld befürchtet hatte, teilten involvierte Personen Paczkowski mit. (Manfred Kohlen)

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