Neue Postbank-Technik repariert fehlerhafte Chipkarten wirklich

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Meldungen, nach denen die fehlerhaften EC- und Maestro-Karten von Geldautomaten repariert würden, stimmten so nicht ganz: die Geräte umgingen den Fehler in den Chips nur, indem sie die alte unsichere Magnetstreifentechnik nutzten. Neue Bankomaten der Postbank sollen den Bug nun tatsächlich beseitigen.

Da staunte unser Autor Ralf Müller nicht schlecht, als er von seiner Bank einen Brief bekam: »Bitte sehen Sie davon ab, mit Ihrer Karte im nächsten halben Jahr Geld im Ausland abzuheben«. Komisch, dachte er sich, es gingen doch vorige Woche viele Meldungen um, nachdem die Banken den Fehler beseitigen würden. Manche davon veröffentlichten sogar, dass ihre Geldautomaten wieder funktionieren würden. In Wirklichkeit aber stellten sie nur wieder auf die alte Magnetstreifentechnik um. Geld abheben im Ausland war aber mit den Karten noch immer nicht möglich.

»Der ZKA hat entschieden, dass jede Bank die Karten ihrer Kunden selbst reparieren muss«, erklärt uns Postbank-Mann Hartmut Schlegel. In manchen Banken stehe bereits die Technik, die den Chip selbst umprogrammieren kann –  doch dazu muss der Kunde bislang in Filiale des Geldinstituts kommen.

Der erste Geldautomat, der die fehlerhaften Chipkarten tatsächlich repariert, wurde gestern dann erfolgreich getestet. Wir wollten wissen, ob dies nicht auch wieder ein Täuschungsmanöver ist und riefen an. Hartmut Schlegel von der Postbank bestätigte gegenüber PC Professionell schließlich, dass tatsächlich neue Technik eingesetzt wird, die den Fehler direkt im Chip beseitigen kann. Damit ist die Karte auch im Ausland wieder einsatzfähig

Eine völlig neue Technologie im neuen Postbank-Automaten korrigiert den fehlerhaften Karten-Chip automatisch, während der Kunde wie gewöhnlich Geld abhebt. Der Bankomat teilt dem Kunden mit, ob seine Karte betroffen ist. Wenn ja, korrigiert er Geldautomat den Fehler.

Ab Anfang Februar sollen die neuen Automatentypen an mehreren Standorten im Bundesgebiet aufgestellt werden, in der zweiten Februar-Woche werden schrittweise weitere Geldautomaten der Postbank umgerüstet, spätestens Ende Februar sollen rund 1500 Geldautomaten des Instituts mit der neuen Technik bereitstehen.

Mit den neuen Automatentypen ist davon auszugehen, dass künftig weitere  Sicherheitsfunktionen direkt auf die Chips gespielt werden können, wenn Bedarf ist.  (Manfred Kohlen)

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