Fluchen per Twitter kann zu Gefängnis führen

Allgemein

twitterlogo_87pxEin genervter Flugreisender twitterte eine Juxmeldung für seine Follower. Sie wurde jedoch als reale Bombendrohung gesehen und der »Terrorist« erst einmal verhaftet.

Der 26jährige Paul Chambers wollte eigentlich von Großbritannien nach Irland fliegen. Wegen des Schneechaos vergangene Woche musste der Robin-Hood-Airport aber schließen. Das brachte Chambers in Wut, er vergaß die Etikette und schrieb eine nicht ernstgemeinte Bombendrohung als schlechten Twitter-Witz: »You’ve got a week and a bit to get your shit together, otherwise I’m blowing the airport sky high!!«, schrieb er. Auf Deutsch: »«Sie haben eine Woche, um Ihren Scheiß in Ordnung zu bringen, andernfalls blase ich Ihren Flughafen in die Luft!«

Kollege David Neal vom britischen Inquirer nennt Chambers schon  einen »Twidiot«, denn der hätte wissen müssen: In Twitter schreiben ist eine Nachricht an die ganze Welt, und der sagt man nicht mal eben »ich bring dich um!«. Hätte Chambers mehr Krimis gesehen, müsste er gewusst haben, dass man mit solchen öffentlichen Aussagen schnell als Verdächtiger dasteht.

In diesem Fall steht der »Twidiot« sogar als möglicher Massenmörder, also als Terrorismus-Verdächtiger, da. Die Kollegen von »TheIndependent« haben die komplette Geschichte genauer recherchiert: Chambers wurde demnach im Namen des »Terrorism Act« festgenommen und sieben Stunden lang verhört. Schlimm für ihn: Die Polizisten hielten ihm einen Ausdruck seiner Twitter-Seite vor, wussten aber wohl selbst gar nicht, was Twitter eigentlich ist und wie es funktioniert.

Und sie stellten weiter dumme Fragen über sein Leben, seine Familie, und was man sonst noch so fragt, um die psychologischen Hintergründe einer Terroristenkarriere auszuleuchten.

»Ich hätte niemals in tausend Jahren daran gedacht, dass irgendetwas davon wegen eines dummen Twitter-Posts passieren würde«, erklärte der junge Mann den Independent-Journalisten, »Ich bin doch der sanfteste Bursche, den man sich nur vorstellen kann!« – So sanft, dass man einen Flughafen in die Luft sprengen will, dachten sich wohl die Polizisten. Chambers darf den Flughafen  nie wieder betreten und muss sich wohl noch vor Gericht wegen der angefallenen Polizeikosten verantworten.

Fazit in Abwandlung eines bekannten Sprichworts: »Was du nicht willst, was man dir tu, das twitter auch nicht andern zu!« µ

L’Inqs

The Independent über die Twitter-Bombendrohung und was dahintersteckte

David Neals Kommentar zum “Twidiot”

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