Ex-Manager: Electronic Arts ist falsch abgebogen

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Mitch Lasky war bei EA jahrelang zuständig für die mobilen und die Online-Games. Heute arbeitet er bei einer Investment-Firma – und tritt seinem ehemaligen Arbeitgeber nun öffentlich in die Weichteile.

Lasky weiß natürlich aus erster Hand, was beim weltgrößten Spielehersteller über Jahre hinweg hinter den Kulissen so ablief. Dabei stoßen ihm insbesondere die Entscheidungen von CEO John Riccitiello auf: “EA liegt beim Geschäftsmodell daneben, hat die falschen Kostenstrukturen und ein völlig verkehrtes Team für sein Business. Doch sie glauben von sich selbst, dass sie innerhalb von Jahren ganz elegant von der Software-Box hin zur rein digitalen Distribution wechseln können.” Da Gamer aber nach wie vor gerne im Laden eine Schachtel in die Hand nehmen und ab und an auch kaufen, glaubt Lasky nicht, dass der EA-Plan funktionieren werde.

Den größten Fehler von Riccitiello sieht er in der Strategie für die “EA Games Division”: Durch schiere Größe und die tollen Hits des Hauses werde man schon dafür sorgen, dass Kunden und der Markt sich komplett auf die digitale Online-Distribution umstellen werden. “Diese Manager glauben tatsächlich daran, sie könnten diese Umstellung gemütlich innerhalb eines Jahrzehnts vollziehen”, schüttelt Lasky den Kopf. Dabei reihe sich in der Realität längst eine kommerzielle Enttäuschung an die andere: Spore, Dead Space, Mirror’s Edge, Need for Speed: Undercover blieben weit hinter den finanziellen Erwartungen des Konzerns zurück. Dann war da noch das wirtschaftliche Eigentor mit der teuren Übernahme von Bioware-Pandemic. Lasky: “Glaube ja niemand bei EA, dass Titel wie Dante’s Inferno oder Knights of the Old Republic sie schon retten werden. Was wir hier sehen, ist eine Strategie, die zum Bankrott führt.” (Quelle: TheInquirer.de)