Google China schickt Mitarbeiter in Zwangsurlaub

PolitikZensur

Google in Shanghai will die Sicherheit seiner Systeme überprüfen und sagt den Angestellten, sie sollten sich »mal zuhause entspannen«. Nach den Versuchen, in Google Mail einzudringen, werden auch diverse politische Verdächtigungen laut.

Nach gezielten Angriffen auf Google-Mail-Accounts stellt sich die Frage, ob die chinesische Niederlassung wohl versehentlich einen Spion angestellt hatte und chinesische Staatssicherheitsbehörden hinter den Angriffen auf Google und andere US-Unternehmen stecken könnten.

Das Weblog TechCrunch bezieht sich nun auf einen chinesischen Mitarbeiter des Suchkrösus, der per Instant Messaging mitgeteilt hätte, dass alle Google-China-Mitarbeiter in Urlaub geschickt würden. Die Wirtschaftsseiten von Bloomberg veröffentlichen heute ähnliche Informationen, halten sich aber mit Theorien und Verdächtigungen zurück.

Google selbst dementiert die Gerüchte über den Zwangs-Urlaub, doch laut den IM-Nachrichten, die TechCrunch vorliegen, haben die Mitarbeiter seit heute auf keinen Fall mehr Zugang zu den Systemen des Unternehmens.

Googles Bitte an den Staat, die Zensur aufzugeben, führte heute morgen zu einer vagen Antwort: Man würde globale Internetfirmen ja  willkommen heißen, aber das nur, wenn sie sich auch an die lokalen Gesetze hielten – die einschränken, welche Inhalte erlaubt sind.

Nach einer Meldung der Sicherheits-Experten von iDefense kamen die Angriffe auf Google und 33 andere Firmen direkt von IP-Adressen, die sich Mitarbeitern chinesischer Staatseinrichtungen oder deren Auftragnehmern zuordnen lassen. Später am Tag allerdings löschte die Firma den Beitrag wieder. Dies führt sicher zu noch mehr Verschwörungstheorien – und in diesen ist das Internet groß – außer in der Volksrepublik China natürlich. (Manfred Kohlen).

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen