Linux landet bald auf dem Mond

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INQ_MoonDas deutsch-österreichische Team “Part Time Scientists” will den von Google ausgeschriebenen Lunar-X-Preis gewinnen und mit einfachsten Mitteln eine private Mondlandung bewerkstelligen.

Die Pläne für den Mond-Rover sind bereits fertig, die Elektronik steht. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz. Klar, die “Teilzeitwissenschaftler” haben ja auch nur ein dürftiges Budget zur Verfügung. Ihr Ziel: Die 30 Millionen Dollar aus dem Lunar-X-Prize zu kassieren. Allerdings sind weltweit weitere 23 Teams im Rennen.
Neben einem funktionierenden Mondrover verlangt Google von den Teilnehmern, eine richtige Mondlandefähre zu konstruieren. Beide Gefährte müssen heile auf dem Erdtrabanten landen, der Rover nach dem Ausladen dann mindestens 500 Meter fahren und dabei hochauflösende Videos drehen und zur Erde zurückfunken. Heftige Anforderungen.
Doch das deutsch-österreichische Team ist voller Zuversicht, denn ihr selbst konstruierter und designter Bordrechner “Asimov Jr.”, das Herzstück der ganzen Technik, sei fertig und funktionsfähig.
Vor allem sei der Linux-Rechner weltraumtauglich und überstehe Strahlenbelastung (bis 150.000 RAD), Beschleunigung und Erschütterungen. Die elektronischen Bauteile stammen teils von Xilinx und Texas Instruments. TI war auch so freundlich, die fertigen Prototypen einem Härtetest im Strahlenlabor zu unterziehen.
Asimov Jr. folgt natürlich nicht der Struktur herkömmlicher Rechner, sondern kann beliebige Schaltungen und Programmlogiken auf seinen Field Programmable Gate Arrays (FPGAs) abarbeiten. Damit lassen sich auf der Hardware fast alle denkbaren Aufgaben erledigen. Das einzige “stinknormale” Stück Software werde ein 2.6er Linux-Kernel sein, der Rest an (Steuer-) Programmen in reiner Handarbeit gecodet.

Mit 512 MByte RAM ist der Computer für Weltraum-Verhältnisse gut ausgestattet. Das reiche locker aus, um die gewünschten Videostreams zu verarbeiten (dank Codecs im Chip). Oder um die Bilderkennung nebst Logik zu stemmen, welche dem Mondrover helfe, Hindernisse oder Löcher zu entdecken und zu umfahren.
Mehr über das spannende und offene Projekt (Commons-Lizenz) ist in dieser PDF-Dokumentation zu erfahren. (Quelle: TheInquirer.de)