Kann John Malone das Kabelnetzmonopol in Deutschland erstreiten?

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Der US-Medienunternehmer wollte schon einmal das Kabelnetz der Telekom kaufen und wurde vom Kartellamt zurückgepfiffen. Im November 2009 übernahm er Unitymedia für 3,5 Milliarden Euro und will angeblich als nächstes Kabel-BW schlucken. Weitere Kabelbetreiber stehen laut Handelsblatt ebenfalls auf dem Einkaufszettel.

Die Wirtschaftszeitung will aus dem Umfeld von Malone vernommen haben, dass der Medienhai in Deutschland noch in par große Brocken beißen will.

Wenn die EU noch dem Unitymedia-Deal vom November zustimmt, könnte Malones Plan für Deutschland langsam aufgehen – zumal die Eigentümer von Kabel Deutschland (KDG) und Kabel-BW ohnehin verkaufen wollen.

Die Unitymedia, die schon in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv ist, hatte bereits Kabel-BW im Visier, Eigner Malone könnte nun frischen Wind in die eingeschlafenen Gespräche bringen. Das Handelsblatt will gehört haben, dass KDG und Orion (Tele Columbus, Primacom) ebenfalls auf der Liste der möglichen Übernahmekandidaten stehen. Mit Unitymedia, Kabel-BW und KDG könnte Malone alle Bundesländer mit Komplettangeboten von Internet bis Fernsehen bedienen. Orion wäre nur das kleine Sahnehäubchen obendrauf.

Das könnte Malones Plan von 2001, für 5,5 Milliarden Euro das komplette deutsche Kabelnetz zu übernehmen, wieder zum Leben erwecken. Das Netz gehörte seinerzeit komplett der Deutschen Telekom, bevor es regional verteilt wurde. Die deutschen Kartellwächter schienen offenbar durch die Verschmelzung von Telekommunikation und Medien geneigter, solchen Deals letztendlich zuzustimmen, zitiert das Handelsblatt Marktanalysten, doch ob die EU-Kartellbehörden da mitspielen werden, steht noch vollkommen offen.

Für Kabel BW stünde nach Brancheneinschätzung ein Preis von bis zu 2 Milliarden Euro im Raum, und Malones Liberty-Konzern könnte sich dies wohl leisten. Das württembergische Kabel-Unternehmen wird derzeit auf etwa 1,5 Milliarden eingeschätzt, und nachdem der frühere Hansenet-Chef Harald Rösch als Geschäftsführer des Kabelkonzerns dessen Gewinn um ein Drittel steigerte, könnte das Unternehmen in wenigen Jahren tatsächlich die zwei Milliarden Marktwert erreichen. Insider schätzen, dass die frühe Einbeziehung von Internet-Angeboten in das klassische Fernseh-Kabelnetz zu dem satten Sprung verhalf und ein einheitliches Angebot in ganz Deutschland nochmals zu Preissenkungen und Gewinnsteigerungen führen könnte. (Manfred Kohlen)

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