Gläsern und intelligent: die Supply Chain von morgen

KarriereNetzwerke

Fehlende oder falsche Informationen sind für viele Unternehmen ein Hauptproblem beim Supply Chain-Management. IBM-Manager Stephan Elster erklärt wie Business Intelligence-Lösungen helfen, das Supply Chain-Management zu optimieren.

Gerade in wirtschaftlich kritischen Zeiten mit hohem Wettbewerbsdruck, Nachfragerückgang und daraus entstehenden Überkapazitäten wird in Entscheidungssituationen mehr denn je ein effektiver und schneller Zugang zu geschäftlich relevanten Informationen benötigt.

Dies trifft besonders auf das Supply Chain Management zu. Dessen Aufgabe ist es, die Integration der Lieferanten, Fabriken, Lagerhäuser, Verteilzentren und Verkaufsstellen so zu organisieren, dass die richtigen Produkte hergestellt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort an die Kunden verteilt werden. Das Ganze immer unter der Prämisse einer Kosten- und Risikenminimierung bei zufriedenstellendem Service-Level. Für eine optimale Lösung müssen Prozesse, Strukturen und Technologie über die ganze Supply Chain hinweg aufeinander abgestimmt sein.

Business Intelligence liefert Informationen
Insbesondere Business Intelligence-Systeme (BI) stehen hierzu bereit. Ihr Ziel ist es, in Entscheidungssituationen hochqualitative Informationen einer großen Anzahl von Nutzern zur Verfügung zu stellen. So liefern sie beispielsweise eine breite, multidimensionale Sicht auf Supply Chain-Prozesse und transformieren die riesigen Datenmengen der operativen Systeme in für die jeweilige Entscheidung gehaltvolle Informationen.

Zu den Lösungen für Business Intelligence und und Performance Management bietet IBM Cognos auch Webseminare an.

Dass der Einsatz von BI-Systemen notwendiger denn je ist, belegen zahlreiche Studien, in denen fehlende und mangelhafte Informationen als Hauptproblem des heutigen, zunehmend komplexeren Supply Chain-Managements identifiziert werden.

Bessere Automatisierung bei Transaktionen
Als ganzheitliche Lösung für diese Herausforderung hat IBM die Vision der smarten Supply Chain entwickelt, die instrumentiert, vernetzt und intelligent ist. Durch den Einsatz digital steuerbarer Instrumente wie Sensoren, Regler oder RFID soll beispielsweise zukünftig eine bessere Automatisierung bei Transaktionen und Lagerstandorten erreicht werden.

Mit den Möglichkeiten der Datenerfassung und -transparenz in Echtzeit vom Point of Sale über die Produktion bis hin zum Rohmaterial kann eine optimierte Steuerung von Angebot und Nachfrage erzielt werden. Vernetzung bedeutet in der smarten Supply Chain die Integration der ERP-Systeme aller Anbieter über die gesamte Lieferkette hinweg. Durch den Einsatz von BI kann die gemeinsame Entscheidungsfindung erheblich verbessert werden und bereits beim Kunden beginnen. Hier spielen auch übergreifende Risikomanagement-Systeme eine große Rolle.

Intelligent wird eine Supply Chain auch dadurch, dass sie sich auf Simulationsmodelle stützen kann, die die Trade-offs von Kosten, Zeit, Qualität, Service oder auch der CO2-Belastungen bewerten helfen. Dieser Bereich umfasst ebenso eine wahrscheinlichkeitsbasierte Risikobewertung und vorhersagende Analysen im gesamten Lieferantennetzwerk sowie eine verbesserte Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern, indem Planung und Steuerung vernetzt erfolgen.

Out-of-the-box-Lösungen
IBM Cognos setzt genau bei diesen Themen an und bietet mit dem SCOR Blueprint, dem S&OP Blueprint und der neuen Analytical Application-Lösung SCM Procurement Analytics innovative, umfassende Lösungen. Bei den Blueprints handelt es sich um vordefinierte Out-of-the-box-Lösungen. Diese können beispielsweise in Projekten helfen, Ziele schneller zu erreichen.

Der SCOR Blueprint basiert auf dem vom Supply Chain Council definierten Industriestandard Supply Chain Operations Reference Model (SCOR Model) und bietet ein Indikatorensystem mit über 400 vordefinierten Kennzahlen. Diese werden in eine Außen- und eine Innensicht geteilt und sind innerhalb dieser Ebenen entlang der Attribute Reliability, Responsiveness, Agility, Cost und Assets aufgeteilt. In diesen Kategorien sind verschiedene Kennzahlen abgebildet, etwa Perfect Order Fulfillment, Supply Chain Upside/Downside Adaptability, Cost of Goods Sold und Return on Working Capital.

Anpassbare Out-of-the-box-Berichte
Die vordefinierte Datenbank enthält außerdem die Ursache-Wirkungs-Kettenbeziehungen zwischen den Metriken. Ebenso ist es möglich, einen Drill-down für eine Root Cause Analysis durchzuführen. Für alle Bereiche werden anpassbare Out-of-the-box-Berichte erstellt. Ebenso können für alle Metriken Verantwortlichkeiten sowie die Zuweisung und die Nachverfolgung von Korrekturprojekten gesteuert werden.

Gerade in der aktuellen Weltwirtschaftslage sehen sich Unternehmen häufig mit hohen Lagerbeständen und schlecht ausgenutzten Kapazitäten konfrontiert. Dies resultiert oftmals aus dem Fehlen eines systematischen Absatz- und Produktionsplanungsprozesses (S&OP), der auf Basis eines Nachfrage-Forecast durchgeführt wird. Ebenso hapert es oft an der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen, wie Marketing, Vertrieb und Produktion.

»Fehlende und mangelhafte Informationen sind das Hauptproblem des heutigen, zunehmend komplexeren Supply Chain-Managements.« Stephan Elster, Leiter Competence Center SCM, IBM BI&PM

Ein S&OP-Prozess führt zu einem integrierten Vertriebs-, Produktions- und Bestandsplan, der dem Management eine Fokussierung auf die Geschäftsziele und ein Alignment aller Funktionsbereiche auf diese Ziele ermöglicht. In die Planung fließen bestehende Aufträge, Auftragsrückstände und geplante Neuprodukte ein. Das Ganze wird dann mit dem Plan für strategische Initiativen und dem Finanzplan verknüpft. Der S&OP-Prozess gibt dem Management die Möglichkeit, die aktuelle Performance besser zu verstehen, und hilft durch die Integration mit der Finanzplanung die Umsetzung der Strategie bzw. der strategischen Maßnahmen zu überprüfen.

Einsicht in Ausgaben und Lieferantenperformance
IBM Cognos Procurement Analytics (PA) unterstützt Unternehmen dabei, fundierte Einsicht in ihre Ausgaben und Lieferantenperformance mittels einer konsistenten und integrierten Analyse zu erhalten. Dies auf Basis der Daten von ERP, eProcurement und anderen Systemen.

Anpassbare Out-of-the-box-Standardberichte verschaffen dem Unternehmen Überblick über alle relevanten Prozesse. So kann das Datenmodell um unternehmensspezifische Besonderheiten von der Fachabteilung selbst angepasst werden. Ebenso lassen sich die vorhandenen Berichte an geänderte Anforderungen anpassen. So werden bessere Entscheidungen im Einkauf möglich. PA beinhaltet die vier wichtigen Bereiche im Einkauf: Spend Analysis, Vendor Analysis, Contract Management und Operational Efficiency.

Selbstverständlich lassen sich die vorgestellten Lösungen miteinander kombinieren und ermöglichen es Unternehmen so, mehr Transparenz und Kundennähe bei geringeren Kosten und minimiertem Risiko zu erreichen. Mit den vorgestellten Lösungen liefert IBM Cognos einen wesentlichen Beitrag zur smarten Supply Chain von morgen.
(Stephan Elster/mt)
Stephan Elster ist Leiter Competence Center SCM, IBM BI&PM

Weblink
IBM Cognos Business Intelligence