Soll Microsoft-Finanzmann den Autokonzern GM sanieren?

FinanzmarktSoftwareUnternehmen

Microsofts bisheriger Finanzvorstand wechselt zu General Motors. Deren Aktionäre sind glücklich, einen Experten für Finanzbewegungen in schweren Zeiten geholt zu haben.

Anfang der Woche schon teilte General Motors mit, dass Microsofts ehemaliger Finanzchef Chris Liddell ab Januar 2010 neuer Finanzvorstand bei GM sein wird. Damit ist er zugleich Vizechef des angeschlagenen Autokonzerns.

Zum Jahresende tritt der 51jährige Finanzmann aus dem Softwarekonzern-Vorstand aus. Liddell hatte Microsoft fünf Jahre lang durch finanziell schwierige Zeiten mit heftigem Aktienkursverlust begleitet. 

Im Sommer musste der MS-Mann schwere Gewinneinbrüche vermelden, im Oktober kriselte es nochmals, im November gab er schließlich seine Kündigung bekannt.

Der Job bei GM wird nicht leichter: Liddell begibt sich vom Regen in die Traufe, denn im Vergleich zu General Motors schwimmt Microsoft noch förmlich im Geld. Doch Liddells Erfahrungen mit Jobabbau und dem Zusammenhalten des noch vorhandenen Geldes scheinen den Autobauern genau ins Bild zu passen. Durch die Ausgabe eigener MS-Schuldverschreibungen konnte Liddell Liquiditäts-Engpässe vermeiden, ohne jemals von Banken abhängig zu sein.

Und vielleicht kann ein Mann aus der innovativeren IT-Branche auch die Abwicklung bei GM in geordnetere Bahnen leiten. Negative Beurteilungen der Finanzanalysten blieben jedenfalls bisher aus. (Manfred Kohlen)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen