Norton Ghost 15 im Test
Geisterhafte Systemsicherung

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Norton Ghost, der Klassiker unter den Imaging-Tools, beweist Ausdauer und geht in die 15. Runde. Zu den Neuerungen gehören Windows-7- und Blu-ray-Support sowie Cold Imaging, das Erstellen von Sicherungen ohne Installation. Durch die Integration von Symantecs ThreatCon-Indikator lassen sich Backups zudem ab einem festgelegten Gefahrenpotenzial automatisch erstellen.

Automatische Sicherung

Die Gefahr von Internet-Attacken und zuweilen unzuverlässige Hardware machen regelmäßige System- und Datensicherungen zwingend erforderlich, will man mitunter kostspielige Ausfälle vermeiden. Doch der allseits bekannten Theorie folgt nur selten die Praxis. Backups und Images werden oft schlicht vergessen. Ein Imaging-Tool wie das neue Norton Ghost 15 hilft dabei: Es führt entsprechende Sicherungen auch auf neuen Medien wie Blu-ray-Disks bis 50 GByte automatisch durch, erlaubt dem Anwender dabei weiter zu arbeiten und unterstützt auch mit Bitlocker verschlüsselte Festplatten unter Windows 7. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass der Anwender einmal einen Backup-Plan anlegt – der Rest funktioniert dann gewissermaßen von Geisterhand.

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Hilfreich für Anwender, die sich nicht intensiv mit PC-Gefahren und Backups auseinandersetzen wollen, ist die neue Integration des ThreatCon-Indikators in Ghost 15. Basierend auf Daten von Symantecs Security Response Team kann das Programm eine Sicherung automatisch durchführen, sobald ein definiertes Gefahrenpotenzial erreicht wird. Das ergänzt die zeitplan- und ereignisgesteuerte Datensicherung sinnvoll, die bereits in den Vorgängerversionen nach festem Termin oder zum Beispiel bei der Installation neuer Systemtreiber einen so genannten Wiederherstellungspunkt gesetzt hat.

Eine der wichtigsten Funktionen im Bereich der vollständigen Datensicherung ist die Möglichkeit, Systemsicherungen auch bei nicht mehr startendem Betriebssystem zurückzuspielen oder eine Sicherung ohne Installation des Backup-Programms durchzuführen. Norton Ghost 15 bringt dafür in der von PC Professionell getesteten Download-Version eine ISO-Datei mit, die sich als Boot-CD brennen lässt und nach Eingabe des Lizenzschlüssels die sofortige Sicherung oder Rettung erlaubt. Wer eine individuelle Boot-CD etwa mit zusätzlichen Treibern benötigt, kann diese mit der installierten Version von Ghost 15 erstellen.

Norton Ghost 15

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Test mit Recovery-Disk

Im PCpro-Test führen wir zwei vollständige Systembackups unter Windows 7 Ultimate durch, einmal mit der Boot-CD und einmal mit dem installierten Programm. Dabei sind eine versteckte Partition sowie ein System- und zwei Daten-Volumes zu sichern. Insgesamt fallen hier 87,48 GByte an Daten an, die auf eine externe USB-Festplatte gespeichert werden.

Die Boot-CD heißt bei Ghost 15 Symantec Recovery Disk. Das deutet bereits an, dass sie nicht für den täglichen Gebrauch gedacht ist, sondern als Notfallmedium fungiert. Anders als beim Mitbewerber Acronis True Image hat der Anwender hier keine Wahl zwischen der Vollversion und einer Minimalvariante. Für erste Analyse-, Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen ist die Disk aber gut geeignet und komfortabel zu bedienen. Eine Herausforderung sind zuweilen die Bezeichnungen, denn den Begriff Sichern sucht der Anwender auf den Registern neben Wiederherstellen vergebens, die gesuchte Funktion findet sich unter Home. Auch der Begriff Arbeitsplatz sichern kann mitunter zu Missverständnissen führen, da er zunächst nicht zwischen Festplatte und Partition sowie Verzeichnissen unterscheidet. Ghost 15 vermeidet auch vollständig die Unterscheidung von Backup und Image, setzt dafür nur auf die Begriffe Backup und Wiederherstellungspunkt – letzterer kann dabei ein vollständiges Systembackup oder eine inkrementelle Sicherung sein. Erfahrene Benutzer müssen sich daran erst gewöhnen, für Einsteiger dürfte es hingegen keine Schwierigkeiten geben.

Bevor mit der Boot-CD eine Sicherung angelegt oder zurückgespielt wird, bietet der Reiter Analysieren wichtige Funktionen wie Virensuche, Festplattencheck, Datei-Browsing und den Einsatz der Kommandozeile. Über Netzwerk lassen sich ein pcAnywhere-ThinClient starten und Netzlaufwerke sowie -dienste nutzen. Mit den Utilities können Anwender Treiber nachladen, die aktive Partition ändern oder das Support-Tool ausführen. Damit sind genug Funktionen vorhanden, um kontrollierte und individuelle Systemsicherungen vorzunehmen.

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Das Testsystem sichert Ghost 15 mit Standardeinstellungen binnen 51 Minuten und 27 Sekunden – ein guter Wert. Die 87,48 GByte komprimiert Ghost 15 auf 56,67 GByte. Durch eine individuelle Konfiguration lässt sich Kompression noch steigern. Die mit den Standardparametern erzielten Ergebnisse sind jedoch durchweg gut.

Test mit installierten Ghost

Im zweiten Testdurchlauf sichert PCpro das System im Live-Betrieb. Die Geschwindigkeit des Prozesses und die von Ghost 15 genutzten Ressourcen kann der Anwender über einen Schieberegler sehr leicht einstellen. Steht
der Regler ganz rechts, genießt Ghost 15 höchste Priorität, andere Applikation starten und laufen dann deutlich langsamer. Für das Schreiben von Texten reicht aber diese Einstellung aber auch auf einem älteren 2 GHz-Dual-Core-Notebook mit 2 GByte RAM allemal. Wer parallel zur Datensicherung mehr PC-Power benötigt, etwa um Grafiken zu bearbeiten, kann den Schieberegler nach links bewegen. Ghost 15 arbeitet dann langsamer, aber nicht weniger zuverlässig. Im Test haben wir nebenher einen kleinen Text geschrieben und ein paar Screenshots gemacht. Die Dauer des Sicherungsprozesses verlängerte sich dadurch nur unwesentlich auf 57 Minuten und 18 Sekunden.

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Insgesamt kommt der Anwender sowohl mit der Recovery-CD als auch mit dem installierten Ghost 15 gut zurecht. Im direkten Vergleich erweist sich jedoch Acronis True Image 10 als etwas eingängiger. Gefährlich könnte für Einsteiger in Ghost 15 sein, dass sie versteckte Partitionen aktiv in die Sicherung einbeziehen müssen. Wer dies vergisst oder das kleine Häkchen übersieht, kann bei einem Systemschaden im schlimmsten Fall ohne diese Daten dastehen. Unschön für Einsteiger: Im Handbuch, das als PDF vorliegt, findet sich auf Anhieb ein Fehler, der die Bedienung erschweren kann. Hier wird auf ein Menü namens Aufgaben verwiesen, das im Programm allerdings Tasks heißt.

Ghost 15 arbeitet im Test zuverlässig und stabil. Um nachträglich in Backups nach einzelnen Dateien und Ordnern zu suchen, können die zuvor gesicherten Volumes über Ghost gemountet und im Windows-Explorer verwendet werden. Soll ein gesichertes System (so genannter Wiederherstellungspunkt) vor der Wiederherstellung getestet werden, hilft Ghost 15 mit der P2V-Konvertierung. Diese Funktion erstellt auf Grundlage des Backups eine virtuelle Maschine in den Formaten VMWare Workstation 4,5,6, VMWare Server, ESX Server oder Microsoft VHD.

Wer seine Daten-Backups lieber Online speichern möchte, dem bietet Symantec einen entsprechenden Service gegen Aufpreis: 25 GByte Online-Speicher für die Nutzung von bis zu 5 PCs kosten für ein Jahr 49,99 Euro. Dies ist zwar günstiger als das vergleichbare Angebot von Acronis (60 Euro pro Jahr), doch mietet man bei Symantec jahrweise, bei Acronis hingegen monatlich (5 Euro).

Norton Ghost 15

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Fazit

Der Klassiker unter den Systemsicherungstools, Norton Ghost, zeigt sich in der neuen Version 15 von seiner zuverlässigen Seite. Das Programm bringt im Test eine sehr gute Leistung, verfügt über die wichtigsten Funktionen für Daten- und Systemsicherungen und ist gut bedienbar, auch wenn der Einstieg nicht so leicht fällt wie bei Acronis TruImage 10 Home (50 Euro). Mit seinem Preis-Leistungsverhältnis kann Ghost 15 überzeugen.

Für den Business-Einsatz eignet sich die Symantec Ghost Solution Suite 2.5, die sich als Imaging-, Deployment- und Systemverwaltungstool mit zentraler Managementkonsole, hardwareunabhängigen Images und Funktionen für die Hardware-/Software-Bestandserfassung anbietet. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Lizenzen.

Norton Ghost 15.0
Hersteller: Symantec
Internet: www.symantec.de
Preis: 34,99 Euro

Note: sehr gut
Leistung (50%): sehr gut
Ausstattung (30%): gut
Bedienung (20%): gut

PCpro-Logo SEHR GUT

Das ist neu
– Windows 7-kompatibel inklusive Bitlocker-Verschlüsselung
– unterstützt jetzt auch Blu-ray Disks (25 und 50 GByte) als Backup-Ziele
– Cold-Imaging-Backups (ohne Installation)
– integrierter ThreatCon-Indikator (Backup bei Bedrohung)

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows 7, Vista, XP SP2
Dateisysteme: FAT16/16X/32/32X/NTFS/GPT und dynamische Datenträger, Linux EXT2/3 und Swap
Sicherungsziele: CDR/RW, DVD R/RW, BD, USB und Firewire, Iomega ZIP/JAZ, NAS

Norton Ghost 15

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