MySQL-Gründer startet Kampagne gegen Oracle-Sun

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Michael Widenius, Schöpfer der MySQL-Datenbank, schießt im Internet Breitseiten auf den Software-Konzern ab. Sein Ziel: Die heutigen Nutzer von MySQL gegen Oracle aufbringen.

Der Vorgang ist kurios, denn natürlich besitzt Oracle mittlerweile (bzw. so gut wie) die Marke und das Produkt MySQL. Beides kommt durch die Übernahme von Sun Microsystems in die Hände des ehemaligen ewigen Konkurrenten. Das gefällt Wettbewerbshütern der EU gar nicht, weshalb Oracle den Kartellwächtern gerade verspricht, MySQL etwas mehr Eigenständigkeit mit eigenem Management einräumen zu wollen.

Dass nun Widenius als ehemaliger Firmengründer so öffentlichkeitswirksam seine PR-Salven gegen den Deal abschießt, dürfte dem Oracle-Management ganz schön in die Parade fahren. Per persönlichem E-Mail bittet Widenius sogar einzelne Großkunden von MySQL um ein Statement zum Übernahmedeal – am besten gleich zu Händen der EU-Aufpasser.

»Mit ihrem Support gibt es eine Chance, dass es kein grünes Licht für Oracle gibt – oder sich zumindest die Bedingungen für MySQL und damit auch für die Kunden verbessern«, wirbt Widenius, der Sun erst Anfang des Jahres verlassen hatte. Ende Januar werden die EU-Offiziellen zu einer Entscheidung kommen. (Ralf Müller)