Medien-Revolution: Vereinigung der US-Titanen

Um sich nicht von Apple, Google oder Amazon die Zukunft vorschreiben zu lassen, machen die größten US-Verlage eine eigene digitale Front auf. Ihre gemeinsame Internet-Plattform trägt denn auch den Projektnamen “Digital Storefront”.

von Ralf Müller 2

Das Medienquintett besteht aus Condé Nast, Hearst, Meredith, News Corp. und Time Inc., was für sich eine Revolution darstellt, sind diese Häuser doch ungefähr ein Jahrhundert lang aufeinander losl gegangen. Doch nun, angesichts der Bedrohung aus dem Internet und wegschmelzender Auflagenzahlen, finden sie zueinander, um der Umsonst-Distribution von Magazininhalten ein Ende zu bereiten. Insbesondere News-Sammler Google ist ihnen ein Dorn im Auge. Daher laden sie freundlich weitere Verlage ein, sich ihrer Plattform anzuschließen, um Inhalte zu liefern und sich einen Anteil an den Werbeeinnahmen zu sichern, heißt es in der PR-Ankündigung.

Dieser Unternehmung verpasste MediaMemo den Beinamen “Hulu for Magazines” (obwohl, umsonst soll es nicht sein) und erinnert uns daran, dass der ganze Vorstoß natürlich noch in der Konzeptphase sei, denn die Verlage müssen sich erstmal auf eine Technologie einigen und die Plattform dann aufbauen. Immerhin gibt es schon einen designierten Chef für das Gemeinschaftsprojekt: John Squires, der bei Time Inc. das digitale Geschäft verantwortet. Es bestehe allerdings die Absicht, für die Plattform einen eigenen dauerhaften CEO zu installieren.

Die Branchenbeobachter von ValleyWag nennen den Vorstoß freundlich “iTunes for Magazines” und räumen dem Projekt eine echte Chance ein. Aber falls es dann doch nicht klappt, werde schon jemand anders diese Idee aufgreifen und einen dominanten Leseplatz im Internet aufbauen. Es hänge eben davon ab, ob sich die Verlage auf nur einen Standard einigen und ihre althergebrachte Buhlerei und die typischen Egotrips der Medienmanager beiseite schieben können.
“Die ganze Idee von der Digital Storefront basiert auf der Annahme, das die Onlineleser bereit sind, für Magazininhalte im Netz zu bezahlen. Das bezweifeln wir”, kommentiert Gizmodo. Da kann man sich nur anschließen. Was denkt ihr? (Quelle: TheInquirer.de)

ITespresso in Google Currents abonnieren ITespresso in Google Currents abonnieren
iOS-App installieren iOS-App installieren

Letzter Kommentar




2 Antworten zu Medien-Revolution: Vereinigung der US-Titanen

  • 9. Dezember 2009 à 21:18 von Anonymous

    Ist doch klar: egal, ob im Internet oder beim Parken, Bezahlen ist irgendwie immer Mist! ;)

  • 10. Dezember 2009 à 11:14 von Quatsch

    Na, wenn man was kriegt für sein Geld, das es nicht schon anderswo umsonst gibt und das es wert ist, berappe ich schon auch mal ‘nen Euro!
    Man hat mir gesagt, dass die Leute für Dating-Serices im Web viel ausgeben, aber ehrlich: Die Antworten von frustrierten Zicken, die man da kriegt, sind das Geld auch nicht wert. Ebenso sind die bescheuerten und sinnleeren Musikvideos oder die tausendfach kopierten Agenturmeldungen nix wert. Aber macht mal was Tolles, und ich bezahle es. Ehrlich!

    Kurz: Nicht die Zahlungsmentalität hat sich verändert, sondern die Anspüche der Konsumenten.

Hinterlasse eine Antwort

  • Erforderliche Felder sind markiert *,
    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>