Medien-Revolution: Vereinigung der US-Titanen

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Um sich nicht von Apple, Google oder Amazon die Zukunft vorschreiben zu lassen, machen die größten US-Verlage eine eigene digitale Front auf. Ihre gemeinsame Internet-Plattform trägt denn auch den Projektnamen “Digital Storefront”.

Das Medienquintett besteht aus Condé Nast, Hearst, Meredith, News Corp. und Time Inc., was für sich eine Revolution darstellt, sind diese Häuser doch ungefähr ein Jahrhundert lang aufeinander losl gegangen. Doch nun, angesichts der Bedrohung aus dem Internet und wegschmelzender Auflagenzahlen, finden sie zueinander, um der Umsonst-Distribution von Magazininhalten ein Ende zu bereiten. Insbesondere News-Sammler Google ist ihnen ein Dorn im Auge. Daher laden sie freundlich weitere Verlage ein, sich ihrer Plattform anzuschließen, um Inhalte zu liefern und sich einen Anteil an den Werbeeinnahmen zu sichern, heißt es in der PR-Ankündigung.

Dieser Unternehmung verpasste MediaMemo den Beinamen “Hulu for Magazines” (obwohl, umsonst soll es nicht sein) und erinnert uns daran, dass der ganze Vorstoß natürlich noch in der Konzeptphase sei, denn die Verlage müssen sich erstmal auf eine Technologie einigen und die Plattform dann aufbauen. Immerhin gibt es schon einen designierten Chef für das Gemeinschaftsprojekt: John Squires, der bei Time Inc. das digitale Geschäft verantwortet. Es bestehe allerdings die Absicht, für die Plattform einen eigenen dauerhaften CEO zu installieren.

Die Branchenbeobachter von ValleyWag nennen den Vorstoß freundlich “iTunes for Magazines” und räumen dem Projekt eine echte Chance ein. Aber falls es dann doch nicht klappt, werde schon jemand anders diese Idee aufgreifen und einen dominanten Leseplatz im Internet aufbauen. Es hänge eben davon ab, ob sich die Verlage auf nur einen Standard einigen und ihre althergebrachte Buhlerei und die typischen Egotrips der Medienmanager beiseite schieben können.
“Die ganze Idee von der Digital Storefront basiert auf der Annahme, das die Onlineleser bereit sind, für Magazininhalte im Netz zu bezahlen. Das bezweifeln wir”, kommentiert Gizmodo. Da kann man sich nur anschließen. Was denkt ihr? (Quelle: TheInquirer.de)