Intel verwirft die Pläne für eigene GPU

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Das Projekt Larrabee ist angeblich gestorben. Die Absicht des Konzerns, mit eigener Grafikkartenserie eine neue Sparte mit zusätzlichen Umsätzen aufzubauen, zunächst wohl ad acta gelegt.

Intels Träume, einen weiteren Halbleiter-Markt für sich zu gewinnen, scheinen zu zerplatzen: Das erste GPU-Design wurde gerade in die Mülltonne der Entwickler getreten, meldete am Wochenende das Wall Street Journal. Die simpleren integrierten Grafikchips, die man im Hause seit langem baut, werden natürlich weitergeführt.

Seit April 2007 wurde über das Projekt Larrabee berichtet. Insbesondere auf den preiselastischen Gamer war das komplexe Grafikdesign ausgerichtet. Die Leistungshungrigen PC-Spieler sollten von ihren Nvidia- und ATI-Karten weggelockt werden. Daher wollte man bis zu 32 Cores in das Larrabee-Herz einsetzen.

Offenbar war die Kritik aus der Branche, dass Intel auf diese Weise kaum mit der wachsenden Performance der Konkurrenzprodukte mithalten könne, durchaus berechtigt. Erste Produktdemos hatten niemanden vom Sockel gehauen. Die ständigen Verzögerungen bei der Entwicklung waren ebenfalls ein Indiz. Ohne große Begründung sagte Intel eine baldige Produktveröffentlichung nun ab. Statt dessen werde die Technologieplattform für Programmierer offen gelegt, damit diese an der Verbesserung von parallelen Prozessen und Apps arbeiten können.

Generell wolle Intel in Zukunft durchaus mehrkernige Grafikchips herausbringen, aber die werden dann wohl auch eher auf Plattformen und im Systemdesign integriert als dass es zur eigenen Grafikkarten-Marke kommt. Mehr Infos zu diesem Thema will der Konzern erst im nächsten Jahr preisgeben. (Ralf Müller)