Desktops und Applikationen virtualisieren

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Die Virtualisierung von Servern ist in vielen Unternehmen schon seit Längerem eine gängige Praxis, die Kosten spart und die Verwaltung vereinfacht. Doch auch bei Desktops und Anwendungen kann sich die Technik lohnen.

Was im Server-Bereich vorzüglich funktioniert, soll auch bei den Clients im Unternehmen möglich sein. Die Rede ist von Desktop-Virtualisierung. Hier versprechen sich vor allem die Platzhirsche Microsoft, VMware und Citrix einen großen neuen Markt. Und groß ist das Potenzial in der Tat, denn die pure Anzahl an Client-Computern im Unternehmen ist natürlich um einiges höher als die Zahl der Server.

Dazu kommen eine Reihe günstiger Rahmenbedingungen: Zum einen sind die verfügbaren Netzwerkkapazitäten heute besser als noch vor fünf Jahren und auch die Desktop-Geräte selbst sind schlanker und brauchen weniger Energie.

Sicherheitsvorteile der Virtualisierung
Doch warum sollte eine Firma überhaupt Desktops virtualisieren? Citrix führt dazu einige überzeugende Argumente an, das wichtigste ist Security.»Kein Mitarbeiter schafft es die Security-Richtlinien im Unternehmen einzuhalten, wir haben alle unser iTunes oder private Fotos«, sagt Citrix-CTO Simon Crosby.

Beim Desktop-Computing stehen die Herausforderungen Security und Kosten ganz oben. (Bild: Intel)

Mit Desktop-Virtualisierung könnte man mehrere Betriebssysteme ganz einfach auf den Mitarbeiter-Notebooks installieren. Dann hätte man ein Windows für Privatangelegenheiten und eines für die Arbeit.»Der Knackpunkt dabei ist, dass es durch Virtualisierung möglich wird, diese beiden Welten komplett zu isolieren«, erklärt Crosby. Sprich ein Schadprogramm im privaten Windows kann keine sensiblen Geschäftsinformationen ausspähen.

Applikations-Virtualisierung
Firmen, die vor kompletten Desktop-Virtualisierung zurückschrecken, können sich die passende Lösungen auch aus anderen Nischen holen. Mit Applikations-Virtualisierung lassen sich Programme verteilen, ohne dass auf den PCs vor Ort wirklich etwas installiert wird. Nette Nebeneffekte: Änderungen an der Registry gibt es ebenso wenig wie Stabilitätsprobleme.

Hinzu kommt, dass die Programme nur im User-Mode laufen, also keine Adminrechte verlangen und auch strikt voneinander getrennt sind. So wird auch nicht das Sicherheitskonzept des Unternehmens unterlaufen und es gibt keine unerwünschten Nebenwirkungen mit inkompatiblen Programmen. VMwares Plattform für Anwendungs-Virtualisierung nennt sich ThinApp. Mit dem Programm können Admins auch komplexe Software als eigenständige EXE-Dateien bereitstellen. Microsoft hat für diesen Zweck App-V am Start.

500 US-Dollar pro Desktop
Doch lohnt sich das überhaupt, schließlich haben die meisten Firmen eine mehr oder weniger gute Deployment-Möglichkeit am Start? Klares Ja. Nach Studien von Forrester Research gibt eine Durchschnittsfirma rund 500 US-Dollar pro Desktop-Rechner und Jahr aus, nur um die installierten Applikationen am laufen zu halten und Konflikte zwischen den verschiedenen Programmen zu lösen.

Und die Anforderungen werden immer komplexer, sprich die Zahl der Anwendungen wächst. Ziel muss es also sein, den Aufwand für die Bereitstellung von Programmen zu reduzieren und gleichzeitig den User nicht aus seiner bekannten Umgebung zu reißen.

Deployment als Problem
Doch die gängige Praxis in Unternehmen sieht heute noch anders aus: Kaum ein Administrator, der nicht mit dem Thema Deployment zu kämpfen hat. Wer Software im Netzwerk verteilt, muss damit rechnen, dass es auf einzelnen PCs zu Problemen kommt. Denn selten sind alle Zielrechner gleich; Unterschiedliche Windows-Versionen, unterschiedliche Programme und speziell konfigurierte Einstellungen sind die Regel.

Wer auf Nummer sicher gehen will, muss lange testen, bevor er die Programme ausrollt – doch dazu haben die wenigsten Administratoren heute Zeit. Applikations-Virtualisierung löst dieses Problem und bietet nicht nur ein virtuelles Betriebssystem, sondern führt auch gleich noch ein virtuelles Dateisystem und eine virtuelle Registry ein. Wenn ein virtualisiertes Programm gestartet wird, überblenden die virtuellen Komponenten die »echten« Dateien und Registry-Einträge an den Stellen, an denen es zu Konflikten kommen könnte.

eSeminar zur Virtualisierung
Zum Schluss ein Hinweis in eigener Sache: Gemeinsam mit Microsoft und Novell produziert eWEEK europe ein eSeminar zum Thema »Gemischte IT-Umgebungen mit Windows und Linux«. Im Gespräch mit Studiogästen wird es vor allem darum gehen, wie IT-Manager ihre Server im Rechenzentrum optimal einsetzen können. Zwei Techniken stehen dabei im Mittelpunkt: Die Interoperabilitäts-Lösung von Microsoft und Novell sowie Virtualisierung.

Für das eSeminar anmelden können Sie sich auf dieser Webseite.
(Jörg Geiger/mt)

Weblinks
eSeminar
Microsoft System Center
VMware
Forrester Research