Kartellamt untersucht Telekom-Preise

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Die Wettbewerbshüter gehen dem Verdacht nach, der Ex-Monopolist habe ein Vorleistungsprodukt unter den tatsächlichen Kosten angeboten und dadurch Konkurrenten mit eigener Infrastruktur ausgebremst.

Die Untersuchung steht einem Bericht der FAZ zufolge noch ganz am Anfang, das Bundeskartellamt hat in einem ersten Schritt Schreiben versandt, in denen sie sich nach Preisen und Marktdaten erkundigt. »Es besteht der Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Wege des Behinderungsmissbrauchs durch eine Preis-Kosten-Schere«, heißt es darin.

Es geht um das Vorleistungsprodukt Wholesale Internet Access (WIA), das Provider ohne eigene Infrastruktur nutzen können, um ihren Kunden DSL-Zugänge anzubieten. Allerdings dafür nur unwesentlich mehr als für den IP-Bitstream Access, obwohl es wesentlich aufwändiger ist – schon der Bitkom hatte hier seit Monaten eine Beseitigung der »Kostenunterdeckung« gefordert, da diese dem Wettbewerb schade.

Mehrere Konkurrenten hatten sich darüber beim Kartellamt beschwert, so die FAZ. Das äußerst preisaggressive Verhalten der Deutschen Telekom sei eine verschärfte faktische Re-Monopolisierung des IP-Backbone-Marktes, schreibt etwa in einer Stellungnahme von Telefonica gegenüber der Bundesnetzagentur. (Daniel Dubsky)