Google Mail und Picasa: Massiver Preisverfall für Zusatzspeicher

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Internetriese Google hat diese Woche sein Angebot an kostenpflichtigem Zusatzspeicher erheblich aufgestockt und damit seine Mitbewerber unter Zugzwang gesetzt. Während man bisher für 20 US-Dollar/Jahr 20 Gigabyte zusätzlichen Speicher ordern konnte, gibt es nun für den gleichen Preis 80 Gigabyte, also die vierfache Menge Speicher.

Bei den neuen Google-Speicher-Angeboten handelt es sich um optionalen Zusatzspeicher, der sich bei allen Google Anwendungen nutzen lässt. In der Praxis dürften vor allem Benutzer von Google Mail und Picasa Web-Alben den zusätzlichen Speicherplatz nutzen. Daneben hat jedes Google-Produkt weiterhin seinen eigenen kostenlosen Speicher. Bei Google Mail gibt es wie bisher rund 7 Gigabyte kostenlosen Speicher, bei den Picasa Webalben immerhin ein Gigabyte pro Account. Insbesondere Fotografen, die ihr Bildarchiv in hoher Auflösung in das Internet auslagern (mehr Infos übrigens hier ) profitieren von den neuen Konditionen.

Weiterhin hat Google die für ein Speicher-Upgrade zur Verfügung stehenden Kapazitäten aufgestockt. Waren bisher bei Google – schon durchaus beachtliche – 400 Gigabyte Zusatzspeicher das Ende der Fahnenstange, sind es nun 16 Terabyte Onlinespeicher, welche der Benutzer zu seinem Account hinzubuchen kann. Google hat die Preise durchgehend gesenkt und setzt mit der zurückhaltenden Preisgestaltung neue Maßstäbe, Speicher wird von Google fast schon verramscht. Ein Terabyte Speicher kostet bei Google nun 256 US-Dollar im Jahr, damit unterbietet Google andere Anbieter von Onlinespeicher deutlich.Die gleiche Speichermenge kostet bei Wuala mit 640 Euro/Jahr beispielsweise mehr als das Doppelte. Hier muss man berücksichtigen, dass Wuala vor der aktuellen Google Preisoffensive zu den günstigsten Angeboten im Netz zählte. Jetzt sind innerhalb einer Woche die Preise auf 20 Prozent ihrer ursprünglichen Höhe gefallen.

Alles in allem kann man den zusätzlichen Speicherrahmen von Google mit den vorhandenen Cloud-Anwendungen derzeit kaum sinnvoll ausnutzen. Es fehlt noch eine dedizierte Anwendung bei Google im Portfolio, mit der man beispielsweise Online-Backup durchführen oder lokalen Speicher in die Cloud auslagern kann. Möglicherweise ist die aktuelle Speicheroffensive ein Anzeichen dafür, dass Google die sagenumwobene, aber niemals offiziell veröffentlichten Online-Festplatte »GDrive« tatsächlich irgendwann herausbringen wird. Allgemein steigt mit zunehmenden Internetbandbreiten auch das Bedürfnis der Anwender, die Cloud auch für datenintensive Anwendungen wie Backups zu nutzen. So hat der oben schon erwähnte Anbieter Wuala beispielsweise in diesem Jahr eine Synchronisationsmöglichkeit von lokalen Ordnern mit der Cloud eingeführt und es bleibt abzuwarten, wann Google in diesen Markt einsteigen wird. Billiger Online-Speicher ist spätestens jetzt im Überfluss vorhanden. (Sascha Steinhoff/mk)

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