Die Wiederauferstehung des heiligen WiMAX

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Die Marktforscher der Yankee Group holen als Propheten urchristliche Wünsche auf Wiederauferstehung eines Totgesagten hervor. Sie schreiben, was WiMAX eigentlich zerdrückt und warum es wie der Phönix aus der Asche wiederkehren wird.

»Jeder nur ein Kreuz«, hieß es schon im Film »Das Leben des Brian« –  bevor der Held der Geschichte schließlich gekreuzigt wurde. Und so erging es auch »dem heiligen WiMAX«: Die Übertragungstechnik wurde öffentlich schon mehrfach gekreuzigt (der Markt spielte nicht mit), stolperte auf seinem Kreuzgang hin und wieder (technische Probleme zu lösen ist noch zu teuer) und wurde dabei gegeißelt (die nötigen Frequenzspektren wurden von den Regulierungsbehörden an vielen Stellen der Welt nicht vergeben). Man solle doch lieber dem Gott LTE huldigen, predigen die Vertreter der Gegenreligion.

Doch WiMAX sei noch nicht tot, sagen die Yankee-Propheten und heben an zum fröhlichen Singen: »Always look at the bright side of life«. Denn Techniken wie LTE und HSPA würden zu Unrecht direkt mit WiMAX verglichen. Das verstöre auch die Politik, die oft keine Frequenzen für WiMAX mehr vergebe, weil sie im Highspeed-Mobile-Bereich eben schon auf LTE setze. Frequenzen für eine Technik, die eher einem WiFi entspricht als einem Mobilfunkstandard, werden dann als nicht mehr nötig empfunden.

Wie es zu diesem Missverständnis kam, sagt eine sehr freie Übersetzung des Reports: »Und als WiMAX anno 2004 als heilige Erscheinung am Himmel auftauchte, wollte es die Unholde der Mobilfunkindustrie noch schocken«, schreit der Yankee-Prediger in die Welt, »und so kam es, dass es als Mobilfunkstandard angesehen wurde!«.

In Wirklichkeit aber kann WiMAX noch viel mehr als nur mobil sehr schnell und sehr weit Daten übertragen. Die Technik kann auch im Festnetz eingesetzt werden und ist sehr variabel (»und siehe, er wandelte unter der Erde wie im hohen Himmel«). Die Mobilfunkanbieter hatten ihre Lektion aber inzwischen gelernt (Amen!) und ihre Techniken weiterentwickelt (HSPA, HSPA+ und LTE) sowie ihre Preisstrukturen weltweit verbessert. WiMAX ist also nicht mehr so das Schreckgespenst für sie. Kann man das nun also doch sterben lassen?

Nein, denn immerhin habe es doch eine direkte IP-Architektur, die nicht in andere Standards eingepackt werden muss, um internetfähige Geräte direkt zu erreichen. Das sehen sicherlich auch einige Investoren (Anhänger des Gurus WiMAX?) für die mobile Internet-Zukunft, wenn die Finanzkrise mal ganz überstanden ist.

Und wenn die wirtschaftlichen, technischen und politischen Geißeln dieser Welt langsam abfallen, könne der Heiland sich wieder aufrappeln und nun endlich mal wiederauferstehen. WiMAX, wir preisen dich! Hosianna! (Quelle: TheInquirer) µ

L’Inqs:
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Komplette Studie zu globalem WiMAX-Wachstum (kostenpflichtig)
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