EU blockiert Sun-Übernahme

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Wie sich bereits in der vergangenen Woche andeutete, stellt sich die EU-Kommission bei der Übernahme von Sun durch Oracle quer.

Die EU-Kommission befürchtet eine Verzerrung des Wettbewerbs auf dem Markt für Datenbanksysteme, wenn mit Oracle einer der führenden Anbieter Sun und damit auch MySQL übernimmt. Oracle wirft den Wettbewerbshütern im Gegenzug vor, sie würden den Markt nicht verstehen, denn MySQL sei Open Source und könne daher von niemandem kontrolliert werden. Zudem gäbe es auf dem Markt für Datenbanksysteme acht starke Anbieter, so dass es keinen Grund gäbe, den Zusammenschluss von zweien zu untersagen – zumal Oracle und MySQL sehr verschiedene Datenbankprodukte seien.

Das US-Justizministerium hatte die Übernahme bereits abgesegnet und erklärte nach dem Veto der EU noch einmal, dass man der Meinung sei, die Übernahme werde den Wettbewerb nicht behindern, da es ausreichend Open-Source- und proprietäre Produkte gäbe. Dennoch lassen sich nun weitere Verzögerungen bei der Übernahme nicht vermeiden, die eigentlich bereits im Sommer abgeschlossen sein sollte und Sun massiv Geld kostet. Oracle-Chef Larry Ellison zufolge verliert das Unternehmen pro Monat 100 Millionen Dollar und musste daher zuletzt weitere Stellenstreichungen ankündigen. (Daniel Dubsky)