Datenklau bei Arbeitsagentur

Big DataData & StoragePolitikRechtSicherheit

Eine Firma aus Berlin hatte bei der Bundesagentur für Arbeit mehr als 2500 Stellenangebote geschaltet – nicht weil es die Stellen tatsächlich gab, sondern um die Bewerberdaten abzugreifen.

Dass man bei der Arbeitsagentur sehr leicht an die Daten von Bewerbern kommt, war bereits seit knapp zwei Wochen bekannt. Ob angebotene Stellen tatsächlich existieren oder wenigstens die Mitarbeiter suchenden Firmen wird nicht überprüft – die Behörde will ihr System bewusst einfach halten, um Unternehmen mit freien Stellen nicht zu verschrecken. Das lädt zum Missbrauch geradezu ein, und wie die Frankfurter Rundschau jetzt berichtet, hat sich die Berliner FirmaEconsulting24 kräftig bedient. Sie suchte unter anderem Akademiker und hatte angeblich Facharzt- und Ingenieursstellen sowie Manager-Posten zu besetzen. Insgesamt hatte man mehr als 2500 Angebote für Stellen geschaltet, die es gar nicht gab, um die Daten von Bewerbern zu erhalten.

Es handele sich eindeutig um den Versuch einer Datensammlung erklärte Anja Huth, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit, gegenüber der FR. Einen solchen Missbrauch habe man noch nie erlebt und sei nun dabei die falschen Stellenangebote zu löschen.Econsulting24 sei nicht mehr zu erreichen, den Account der Firma habe man ebenfalls gelöscht. (Daniel Dubsky)