Microsoft-Tool für Polizeiarbeit ins Web durchgesickert

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Der Software-Riese bietet mit »Cofee« ein forensisches Tool für Polizei und Behörden, um möglichst schnell Spuren nachverfolgen zu können. Das allerdings ist auf unerklärlichem Wege in Filesharing-Dienste entfleucht.

»Der Kaffee ist ins Web verschüttet worden«, titelte die britische Computer Weekly und traf damit ziemlich genau, was Sicherheits-Spezialist Graham Clueley von der Firma Sophos befürchtet. Denn das Tool »Cofee« (Computer Online Forensic Evidence Extractor)  von Microsoft erlaubt es den Ermittlungsbehörden, auch verschlüsselte Daten zu lesen. Der »Extraktor«, der jetzt auf einer Filesharing-Website auftauchte, könne es den Cyberkriminellen im Gegenteil des Software-Sinnes nun erlauben, es zu dekompilieren, seine Funktionsweise zu erkennen und diese auszutricksen.

»Cofee kombiniert einige Fähigkeiten aus der Forensik, kann in 10 Minuten erlernt werden und wird an alle juristischen Behörden der Welt kostenlos verteilt«, hatte Microsoft noch zuvor auf seiner Website mitgeteilt. Man müsse nur einen USB-Stick mit der Software einführen und könne als Polizist selbst mit geringen PC-Kenntnissen das volle Repertoire der Forensik-Experten nutzen.

»Microsoft und die Behörden werden jetzt mächtig sauer sein, dass es Cofee jetzt in einschlägigen Filesharing-Sites zu haben gibt«, schreibt Clueley in seinem Blog. Die Cyberkriminellen jedoch freuen sich sicher über den kostenlosen Kaffee. Mit geschäumter Milch, bitte, unverschlüsselt. (Manfred Kohlen)

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