Zwangspause für ERP-Projekte?

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Aktuell werden Investments in jegliche Systeme des Enterprise Resource Planning (ERP) eher auf Eis gelegt. Angeblich habe beinahe die Hälfte aller Firmen ihre entsprechenden Projekte gestoppt und warte nun geduldig auf das offizielle Ende der Rezession.

Bei einer NCC-Umfrage unter gut 100 europäischen Konzernen gaben knapp 25 Prozent an, sie würden momentan keine neuen Projekte zu Enterprise Software im allgemeinen und ERP im besonderen starten, so lange die Wirtschaftskrise noch andauere. Bei 41 Prozent der laufenden Investments haben die Unternehmen sogar eine Pause eingelegt.
Lediglich ein knappes Drittel der befragten Konzerne gehen davon aus, ihre bisherigen IT-Vorhaben unverändert durchführen zu können. Bloß 6 Prozent davon sehen sich in der glücklichen Lage, demnächst noch zusätzliche Projekte anstoßen zu können.

Die Motivation einiger Firmen, ihre ERP-Vorhaben für einige Zeit auszusetzen, wurde bei 18 Prozent der Befragten auch dadurch bestärkt, dass die tatsächlichen Kosten “grandios” über den veranschlagten Summen gelegen haben. Bei der Hälfte aller Firmen waren die Voranschläge zumindest spürbar überzogen worden. Hinzu kamen in ebenso vielen Fällen reichliche Zeitüberschreitungen. Das alles habe in der Summe dazu geführt, dass sich einiges der versprochenen Einsparungen an Zeit und Aufwand praktisch in Luft aufgelöst hätten.

“ERP-Anbieter müssen heute erst einmal beweisen, dass es unter dem Strich einen Return on Investment (ROI) gibt und dass ihre Systeme tatsächlich leichter zu implementieren und zu managen sind,” merkt NCC-Direktor Steve Fox an. So seien überhaupt nur 47 Prozent der Firmen mit der Leistung ihrer ERP-Lösung zufrieden. (Ralf Müller)