IT-Jobs werden immer stressiger

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Nirgendwo ist der Leistungsdruck auf Mitarbeiter so hoch wie in der IT-Branche. Fast die Hälfte arbeitet an der Leistungsgrenze und bekommt deshalb auch immer öfter gesundheitliche Probleme, wie eine Studie berichtet.

Alarmierende Einsichten in die Arbeitswelt der IT-Branche hat das Forschungsprojekts DIWA IT am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung in München zutage gefördert: Die Hälfte der Befragten hat immer wieder die »Grenze ihrer Belastbarkeit« oder sogar schon einen gesundheitlichen Zusammenbruch erlebt.

Nach Aussagen der Projekt-Mitarbeiter Andreas Boes, Tobias Kämpf und Katrin Trinks hat sich die Situation in den letzten Jahren noch weiter verschärft. Gründe hierfür sind die »zunehmende Leistungsverdichtung« und, was die Forscher die »Paradoxien neuer Managementkonzepte« nennen.

Hinzu kommen veränderte betriebliche Sozialordnungen und die generelle Zunahme von Unsicherheiten, etwa infolge der gesamtwirtschaftlichen Situation.

Autoren fordern fünf Maßnahmen
In anderen Branchen scheint die Situation der Mitarbeiter nicht ganz so dramatisch zu sein. »Nur« 30 Prozent aller hochqualifizierten Beschäftigten und gut 23 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland führen dieselben Klagen wie die Kollegen aus der Computerbranche.

Um die Situation bei den IT-Jobs zu verbessern, fordern die Autoren fünf Maßnahmen:

• kontinuierliches Monitoring der Gesundheitssituation

• Verbesserung der Arbeitsprozesse

• zielgruppenorientierte Maßnahmen für Führungskräfte

• Förderung der Teamkultur

• »lebensphasensensible Personalentwicklung«, die besonders die Bedürfnisse von älteren Beschäftigten berücksichtigt

DIWA-IT (Demografischer Wandel und Prävention in der IT-Industrie) ist ein Projekt des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung – ISF München. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
(mt)

Weblinks
DIWA IT
ISF München