Kommt ein neues Modell der Rundfunkgebühr?

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Kaum kommt die Berliner »Tigerente« in Fahrt, schon passieren ganz viele, zum Teil überraschende Weichenstellungen. Dazu gehört Gerüchten zufolge auch eine Neudefinition der Rundfunkgebühr.

Bislang wird die fast allen Betroffenen lästige, aber aus Sicht traditioneller Gralshüter der objektiven Meinungsbildung notwendige Abgabe für das »Bereithalten eines Rundfunkgerätes« fällig, mithin also auch für das Radio im Büro und – Kollateralschaden des technischen Fortschritts – möglicherweise bald auch für PCs und Notebooks. Denn mit denen kann man schließlich längst ebenso radiohören und fernsehen.

Während aber Privathaushalte in der Regel nur pauschal für den Rundfunkempfang an sich  zur Kasse gebeten werden, unabhängig von der Zahl ihrer Geräte, zahlen gewerbliche »Kunden« grundsätzlich für jedes Radio, jeden Fernseher und möglicherweise, so wie es derzeit diskutiert wird, auch für jeden Rechner – Internetradio und IPTV sei Dank. Unternehmer, speziell wenn sie über mehrere Standorte verfügen, aber auch Freiberufler, Handwerker usw. sehen da verständlicherweise rot.

Nun plant »Schwarz-Gelb« angeblich eine Reform der Rundfunkgebühr. Der Branchendienst »Kontakter« beruft sich in einer Pressemitteilung auf interne Informationen »aus den Staatskanzleien der Länder«. Demnach wird eine Umgestaltung der Rundfunkgebühr in Form einer Haushaltsabgabe diskutiert. Diese wäre »geräteunabhängig«, also unabhängig von der Anzahl vorhandener Fernseher, Radios etc.

Unternehmen würden so entlastet – eines der Hauptanliegen unserer neuen Regierung, wie man ja weiß. Verlierer wären auf jeden Fall die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten: Sie haben für diesen Fall bereits Mindereinnahmen von bis zu einer Milliarde Euro errechnet. Der Aufschwung kann kommen.

Quelle: Kontakter